Und wo wir schon beim Thema sind: Könnte man nicht den vierten Offiziellen wegrationalisieren, indem man eine elektronische Coachingzone einrichtet, die die Trainer mit kleinen Stromschlägen besänftigt?
"Ich will alles", sagt Louis van Gaal heute im "kicker". Und zählt auf: Her mit dem Chip im Ball, der elektronischen Seitenauslinie, dem Einschuss und dem Gladiatorenspiel, weg mit dem passiven Abseits, den Linienrichtern, den Einwürfen und dem Elfmeterschießen.
Das Gladiatorenspiel passt vielleicht noch zu einem General wie van Gaal. Ansonsten fragt man sich verwundert, wo diese Revolutionsspinnereien ("Wir müssen das menschliche Urteil ausschalten, weil es immer subjektiv ist") herkommen bei einem Mann, der sich von seinen Töchtern siezen lässt?
Weil es ihnen vor dem Testspiel gegen Venezuela in San Felipe zu heiß war, bestanden die Nationalkicker aus Nordkorea auf einen späteren Anstoßtermin, den sie dann auch bekamen.
Als es dann nach zweistündiger Verzögerung endlich losgehen konnte, mussten die Asiaten in geliehenen Trikots auflaufen, da die eigenen beim Transit verloren gegangen waren, wie der Verband mitteilte. Für große Verwirrung auf dem Platz sorgte die ungewöhnliche Kleiderordnung allerdings nicht mehr - das Spiel musste vorzeitig wegen Dunkelheit abgebrochen werden.
Wie wehrt man sich gegen den Vorwurf der sexuellen Belästigung? Genau, indem man zum Beispiel Kerner versaute Emails vorlesen lässt wie: "Freue mich auf's Bayernspiel. Hoffentlich fliegen sie gleich raus. Dann stoßen wir an!"
Das ist zwar nicht logisch, zeigt aber immerhin: So unsympatisch ist der Kempter ja gar nicht!
"Mein Gehalt ist kein Gehalt, das ist Schmerzensgeld."
Aachens Trainer Michael Krüger (angebliches Monatsgehalt: 7000 Euro) will zurück nach Afrika. Oder wie wäre es mit der lukrativen Hartz-IV-Sofortrente?
Mainz in rot-weiß, Werder in orange - so hatte sich der DFB die Kleiderordnung für die Partie am Bruchweg gedacht. Weil Schiedsrichter Babak Rafati allerdings bedenken hatte, die Mannschaften so nicht mehr auseinanderhalten zu können, musste gehörig improvisiert werden. Da Werder nur den Holland-Look im Gepäck hatte, mussten die Gastgeber kurzerhand im Fanshop ihre schwarzen Jerseys beflocken lassen. Dumm nur, dass Bremens Keeper Christian Vander in ebendieser Farbe zu spielen gedachte. Rafati: Geht nicht! So lieh Keeper Heinz Müller seinem Kollegen seine Arbeitskleidung im eleganten hellblau - etwas Klebeband und schon... Auf dem Rücken musste allerdings nur der Name weg: Vander und Müller tragen beide die 33.
Dass Froonck Ribéry Mannschaftskameraden, die nur friedlich mitjubeln wollen, mit der Hand immer so wegscheuchen muss; beliebter wird ihn das im Team kaum machen, obwohl ihm dies inzwischen herzlich egal sein dürfte.
Und schon im März letzten Jahres mailte A.S. aus H., dass Wolfgang Hesl nicht nur aussehe wie Iker Casillas, sondern auch so halte. Tipp: Frank Rost wechselt im Sommer gezwungenermaßen nach Stuttgart, um dort als Nachfolger von Lehman Brother ganz in Ruhe die Karriere ausklingen zu lassen.
Ob es richtig war von Michael Kempter, im Fernsehen die Vorwürfe gegen Manfred Amerell zu konkretisieren, sei mal dahingestellt. Wie man allerdings auf die Idee kommen kann, sich ausgerechnet Jörg Dahlmann anzuvertrauen, wird sein großes Geheimnis bleiben.
Zweite Minute der Nachspielzeit, Mertesacker köpft ein zum 2:2, Hypiä ist meilenweit weg von seinem Gegenspieler - um genau zu sein: Auf der Tribüne. Fazit: Den kleinen Ausrutscher der Bayern nicht genutzt, aber weiter ungeschlagener Spitzenreiter. Trotzdem beschleicht einen als Leverkusen-Fan ein ungutes Gefühl, mal ganz abgesehen vom üblichen Vizekusen-Gerede. Eine Saison, die höchtswahrscheinlich im internationalen Geschäft endet, in der Champions League - damit hat man nicht unbedingt gerechnet. Doch die Chance, Deutscher Meister zu werden, bekommt man nur einmal für längere Zeit (siehe Dortmund, Bremen, Stuttgart, Wolfsburg in den letzten 10 Jahren), natürlich mit Ausnahme der Bayern. Bleibt zu hoffen, dass Heynckes auch weiterhin kleine Fußballwunder möglich macht.
Diplomatie scheint nicht unbedingt zu den Stärken von Dortmunds Jungstar Kevin Großkreutz zu gehören. Schon in der Vergangenheit hatte sich der 21-Jährige - ganz BVB-Fan - deutlich zu seiner Abneigung gegen Königsblau bekannt ("Schalke hasse ich wie die Pest!"). Da wundert es eigentlich nicht, dass der Mittelfeldmann kurz vor dem Revierderby nochmal nachlegt. So gab er der Sport-Bild gegenüber an, seinen Sohn ins Heim stecken zu wollen, sollte dieser Schalke-Fan werden.
Damit heizt Großkreutz die ohnehin traditionell aufgeladene Stimmung vor der Partie natürlich unnötig an. Aber irgendwie ist es doch schön, wenn mal einer ehrlich ist ...
Ist es unhöflich von den Schwiegereltern, weiter apathisch Biathlon zu gucken, wenn man nach 120 Kilometern Schneetreiben endlich aus dem Auto steigt? Nein, man selbst würde auch kurz beim Fußball reinschauen, für ein bis zwei Halbzeiten.
Tim Cahill scheint ein Freund des spanischen Fußballs zu sein. Wie ein junger Fan tat er es gestern seinem großen Idol Guti gleich - und servierte Steven Pienaar in der Europa League eine Traumvorlage:
Claudio Bravo ist ein chilenischer Maler, sagt Wikipedia. Einer seiner Namensvetter kann dafür mit dem Ball umgehen, obwohl er beim spanischen Zweitligisten Real Sociedad im Tor steht. Am Sonntag beim Ligaspiel gegen Gimnàstic de Tarragona wollte er es dann wissen: Er trat zum Freistoß an - und schoss das erste Tor seiner Profikarriere. Schöner Nebeneffekt: Es war spielentscheidend.
"Da die Idee, die Position des Balles mittels Signalen, die über mehrere Antennen hin- und hergeschickt werden, nicht verlässlich funktionierte, wurde die Technik geändert. Um die Tore wird ein Metalldraht verlegt, etwa einen halber Zentimeter stark, der mit zwei Spulen ein magnetisches Feld erzeugt. Der Chip im Ball sendet permanent Messungen an zwei Antennen im Tor. Verändern sich die Werte im Vergleich zum normalen Erdmagnetfeld auf dem Spielfeld, wird in weniger als einer halben Sekunde das Signal "Tor" an die Uhr des Schiedsrichters gesendet. Die Installation ist innerhalb eines Tages möglich und kostet weniger als zwei zusätzliche Torrichter im Jahr."
Arte, die Kultur-Bastion im deutschen Fernsehen zeigt Deutschland, beziehungsweise Bayern aus Sicht eines Franzosen - ein sympathisches Porträt von Willy Sagnol, ein bisschen im Sendung-mit-der-Maus-Stil gehalten.
Do, 25.02.2010 17:24
Schönes dahlmannsches Dauernicken, von schräg hinten g [...]