Ob es richtig war von Michael Kempter, im Fernsehen die Vorwürfe gegen Manfred Amerell zu konkretisieren, sei mal dahingestellt. Wie man allerdings auf die Idee kommen kann, sich ausgerechnet Jörg Dahlmann anzuvertrauen, wird sein großes Geheimnis bleiben.
Zweite Minute der Nachspielzeit, Mertesacker köpft ein zum 2:2, Hypiä ist meilenweit weg von seinem Gegenspieler - um genau zu sein: Auf der Tribüne. Fazit: Den kleinen Ausrutscher der Bayern nicht genutzt, aber weiter ungeschlagener Spitzenreiter. Trotzdem beschleicht einen als Leverkusen-Fan ein ungutes Gefühl, mal ganz abgesehen vom üblichen Vizekusen-Gerede. Eine Saison, die höchtswahrscheinlich im internationalen Geschäft endet, in der Champions League - damit hat man nicht unbedingt gerechnet. Doch die Chance, Deutscher Meister zu werden, bekommt man nur einmal für längere Zeit (siehe Dortmund, Bremen, Stuttgart, Wolfsburg in den letzten 10 Jahren), natürlich mit Ausnahme der Bayern. Bleibt zu hoffen, dass Heynckes auch weiterhin kleine Fußballwunder möglich macht.
Diplomatie scheint nicht unbedingt zu den Stärken von Dortmunds Jungstar Kevin Großkreutz zu gehören. Schon in der Vergangenheit hatte sich der 21-Jährige - ganz BVB-Fan - deutlich zu seiner Abneigung gegen Königsblau bekannt ("Schalke hasse ich wie die Pest!"). Da wundert es eigentlich nicht, dass der Mittelfeldmann kurz vor dem Revierderby nochmal nachlegt. So gab er der Sport-Bild gegenüber an, seinen Sohn ins Heim stecken zu wollen, sollte dieser Schalke-Fan werden.
Damit heizt Großkreutz die ohnehin traditionell aufgeladene Stimmung vor der Partie natürlich unnötig an. Aber irgendwie ist es doch schön, wenn mal einer ehrlich ist ...
Ist es unhöflich von den Schwiegereltern, weiter apathisch Biathlon zu gucken, wenn man nach 120 Kilometern Schneetreiben endlich aus dem Auto steigt? Nein, man selbst würde auch kurz beim Fußball reinschauen, für ein bis zwei Halbzeiten.
Tim Cahill scheint ein Freund des spanischen Fußballs zu sein. Wie ein junger Fan tat er es gestern seinem großen Idol Guti gleich - und servierte Steven Pienaar in der Europa League eine Traumvorlage:
Claudio Bravo ist ein chilenischer Maler, sagt Wikipedia. Einer seiner Namensvetter kann dafür mit dem Ball umgehen, obwohl er beim spanischen Zweitligisten Real Sociedad im Tor steht. Am Sonntag beim Ligaspiel gegen Gimnàstic de Tarragona wollte er es dann wissen: Er trat zum Freistoß an - und schoss das erste Tor seiner Profikarriere. Schöner Nebeneffekt: Es war spielentscheidend.
"Da die Idee, die Position des Balles mittels Signalen, die über mehrere Antennen hin- und hergeschickt werden, nicht verlässlich funktionierte, wurde die Technik geändert. Um die Tore wird ein Metalldraht verlegt, etwa einen halber Zentimeter stark, der mit zwei Spulen ein magnetisches Feld erzeugt. Der Chip im Ball sendet permanent Messungen an zwei Antennen im Tor. Verändern sich die Werte im Vergleich zum normalen Erdmagnetfeld auf dem Spielfeld, wird in weniger als einer halben Sekunde das Signal "Tor" an die Uhr des Schiedsrichters gesendet. Die Installation ist innerhalb eines Tages möglich und kostet weniger als zwei zusätzliche Torrichter im Jahr."
Arte, die Kultur-Bastion im deutschen Fernsehen zeigt Deutschland, beziehungsweise Bayern aus Sicht eines Franzosen - ein sympathisches Porträt von Willy Sagnol, ein bisschen im Sendung-mit-der-Maus-Stil gehalten.
Geldstrafen sammeln - offenbar eine Leidenschaft der eigentlich so klammen Löwen. Schade ist nur: Seit heute kann bei 1860 keiner mehr die alleinige Schuld den Fans zuschieben, wenn mal wieder Post vom DFB kommt. Andererseits pflegt man ja diesen Briefwechsel in München. Sorgsam, wenn nicht gar liebevoll.
Dieser Maxime scheinen sich der DFB und sein Trainerstab aktuell verschrieben zu haben. Der nun angeblich vorerst beigelegte Streit um die Vertragsverlängerungen von Löw, Bierhoff & Co. wird uns dauerhaft bis zur und durch die WM in Südafrika begleiten. Und dabei nervt das mediale Theater darum jetzt schon...
Nathan Baker ist 18 Jahre jung, bei Aston Villa unter Vertrag, hat aber noch kein einziges Spiel für die erste Mannschaft bestritten. Und trotzdem schaffte er es heute auf die Sportseiten englischer Qualitätsmedien. Der Grund: Baker verkaufte fünf Tickets für das anstehende Ligapokalfinale gegen Manchester United - via Facebook. Stattliche 200 Pfund wollte der Jungspund pro Karte haben.
Dummerweise flog die Aktion auf, Aston Villa sperrte Baker für das Finale und nahm ihm die Tickets, ursprünglich für Familie und Freunde vorgesehen, wieder ab. Die offizielle Stellungnahme vonseiten des Vereins hörte sich denn auch entsprechend an: "The club is saddened that Nathan has been so foolish."
Hätte es nicht geklappt, säße er jetzt mal wieder für drei Monate auf der Tribüne. So ist es aber natürlich ein wahres Traumtor, das Guti für Real Madrid in La Coruna vorbereitet hat. Eine perfekte Symbiose aus Mannschaftsdienlichkeit und Egoismus:
Die Rückkehr Robinhos von Manchester City zum FC Santos ist nur das deutlichste Zeichen einer Entwicklung, die Haruka Gruber auf Spox.com nachzeichnet. Der einstmals finanziell und am Exodus der Stars leidenden brasilianischen Liga gelingt es jetzt dank Wirtschaftsboom und entsprechend spendablen Großkonzernen, Adriano, Ronaldo, Robinho & Co zurück in der Liga zu holen oder die zukünftigen Top-Spieler erst gar nicht gehen zu lassen. Der Preis für diese Entwicklung ist die zunehmende Kommerzialisierung, doch die Fans werden wohl mehr als bereit sein, das zu akzeptieren.
Michael Ballack wirbt inzwischen für Ab-in-den-Urlaub.de, dem Namen nach ein Anbieter von Urlaubsreisen. Er beschränkt sich dabei aufs Lächeln, zu Wort kommt er nicht. In der Wirtschaft nennt man so etwas "Konzentration auf die Kernkompetenzen".
Mo, 06.09.2010 18:04
Ich hatte das Interview auch gelesen - und musste erst [...]