Der Mexikaner Javier Hernandez, alias Chicharito, erzielt das 2:0 (76.) für Manchester United gegen den FC Chelsea im englischen Ableger des Super-Cup-Finals.
Kaum war das entsprechende Los in Nyon aus dem Topf gezogen, setzte eine große Flut aus Zahlen, Daten und Fakten in der Vorberichterstattung rund um das Duell zwischen Werder Bremen und Sampdoria Genua ein. Ein kleiner Auszug:
1. Die Italiener stehen den Bremern vor deren siebten Champions-League-Teilnahme im Weg.
2. Sampdoria wurde in der vergangenen Saison Vierter in der Serie A, Werder Dritter in der Bundesliga.
3. Für Werder ist es die 26.Europapokal-Saison seit 1961.
4. Genua war 1991 italienischer Meister.
5. Beide Mannschaften haben zuvor noch nie (also null mal) gegeneinander gespielt.
Bei allem Verständnis für Statistik-Liebhaber - durch eine solche Berichterstattung geraten die weitaus brisanteren Zahlen leider etwas in den Hintergrund.
1. 26 Zollbeamte untersuchten jüngst die Baustelle Bremer Weserstadion.
2. Gleich zwei am Ausbau beteiligte Unternehmen wurden der Schwarzarbeit überführt.
3. Es gab eine Festnahme wegen Urkundenfälschung und illegalen Aufenthalts,
4. vier Verfahren wegen Verstoßes gegen die Mitführungspflicht von Ausweisdokumenten,
5. vier Verdachtsfälle von Arbeitsaufnahme ohne Arbeitserlaubnis,
6. zwei Verdachtsfälle von Mindestlohnverstößen
7. und sieben Fälle von möglicher Scheinselbstständigkeit.
Wenn man die Augen ein wenig zusammenkneift, läuft Heung Min Son wie Messi. Dieselben Trippelschritte, derselbe Antritt. Oder er lief wie Messi, denn laufen wird Son ja in nächster Zeit nicht können. Und er freut sich wie Messi, ähnlich kindlich, ähnlich rein; nach dem 2:1 gegen Chelsea platzte er fast vor Glück.
Die chinesische Regierung will also den FC Liverpool erwerben. Was so schon kurios klingt und zu einem bitteren Schmunzeln verleitet, ist nebenbei auch eine nette Kombination für die Schreiberlinge in Deutschland und Europa. Was der kicker noch - auf Information bedacht - mit "Kauft China die Reds?" verkündet, lässt die Süddeutsche ("Rot für die Roten") und die Wiener Zeitung ("Die Volksrepublik Liverpool") etwas kryptischer daherkommen. Und der Spiegel lässt's mit "Fish'n'Chips süß-sauer" gleich richtig krachen. Doch trotzdem setzt einmal mehr der Guardian dem ganzen die Krone auf: Im heutigen Newsletter heißt's "You'll Never Wok Alone". Hätte man irgendwie auch draufkommen können.
Mit Sami Khedira wechselt nun also der achte Deutsche zu den Galaktischen aus Madrid. Damit reiht sich der 23-Jährige in eine Liste äußerst klangvoller Namen ein. Bleibt nur zu hoffen, dass Khedira in Madrid eher den Stieleke gibt als den Metzelder.
Deutsche Fußballer bei Real Madrid
1. Günter Netzer (1973 bis 1976): 85 Spiele, neun Tore.
2. Paul Breitner (1974 bis 1977): 84 Spiele, zehn Tore.
3. Uli Stieleke (1977 bis 1985): 215 Spiele, 41 Tore.
4. Bernd Schuster (1988 bis 1990): 62 Spiele, 13 Tore,
Real-Trainer in der Saison 07/08.
5. Bodo Illgner (1996 bis 2001): 91 Spiele.
6. Jupp Heynckes, Real-Trainer in der Saison 97/98.
7. Christoph Metzelder (2007 bis 2010): 23 Spiele.
8. Sami Khedira (ab 2010).
„Es ist eine gute Sache, dass sie nach Hause fahren müssen. Wenn sie eine Woche länger geblieben wären, hätten sie sich gegenseitig gegessen. So hat man den Kannibalismus verhindert.“
Éric Cantona nach dem Aus der französischen Elf am 27. Juni im Sender France 2
(Foto aus dem Film „Looking for Eric“)
Eine Sache muss sich Mario Gomez ernsthaft fragen: Was liest sich eigentlich schlechter im Lebenslauf - eine weitere Saison auf der Bayern-Bank oder der Weg Stuttgart-München-Wolfsburg?
Dass Mesut Özil in Bremen einen Rentenvertrag unterschreibt, war schon vor der WM höchstens Wunschdenken der Grün-Weißen Fans und Geschäftsführung. So wie es aktuell aussieht, wird der Filigrantechniker der Weser bereits in diesem Sommer den Rücken kehren. Bei möglichen Angeboten von Real oder Barca dürfte Werders Ablösegrenze relativ schnell erreicht sein. Angesichts der geschätzten 27 Millionen Euro Marktwert, auf die es der 21-Jährige durch die starken Auftritte in Südafrika bringt, bleibt dem Verein auch keine andere Wahl: Verkaufen. Geld einstreichen. Und den nächsten Herzog, Micoud, Diego, Özil aus dem Hut zaubern.
Mo, 06.09.2010 18:04
Ich hatte das Interview auch gelesen - und musste erst [...]