„Es ist eine gute Sache, dass sie nach Hause fahren müssen. Wenn sie eine Woche länger geblieben wären, hätten sie sich gegenseitig gegessen. So hat man den Kannibalismus verhindert.“
Éric Cantona nach dem Aus der französischen Elf am 27. Juni im Sender France 2
(Foto aus dem Film „Looking for Eric“)
"Manche nennen es verrückt. Ich dagegen nenne es Klasse."
(Uruguays Trainer Oscar Tabarez über den entscheidenden Elfmeter gegen Ghana, den Sebastian Abreu, genannt "el loco", der Verrückte, einfach in die Tormitte lupfte)
Nachspielzeit in Soccer City. Deutschland führt 1:0, Australien hält ein 2:1 gegen Serbien. Löw gibt taktische Anweisungen, fuchtelt mit den Armen. Khedira hat den Ball. Spielt zurück auf Mertesacker. Der will als letzter Mann mit zwei Übersteigern an Amoah vorbei, verliert die Kugel - freie Bahn für den Ghanaer: Neuer springt theatralisch ins falsche Eck. Löw hebt beide Daumen. Ausgleich, 1:1, Schlusspfiff! Deutschland hat den sicher geglaubten Sieg noch aus den Händen gegeben, doch nur ein Punkt, doch nur Gruppenzweiter. Nur?
USA und Uruguay statt England und Argentinien hätte es plötzlich heißen können. Warum wollte das keiner der Beteiligten? Übermut? Fairness? Unwissenheit? Wäre es so verwerflich gewesen, den eigenen Fans noch ein astreines Eigentor inklusive Halbfinaleinzug zu schenken? "Özil schießt Deutschland ins Achtelfinale", titeln zahlreiche Zeitungen heute. Hätte er den Pfosten getroffen, hätte er Deutschland vielleicht schon zwei Runden weiter geschossen. Aber vielleicht bin ich auch nur Pessimist. Oder habe mich einfach schon gedanklich von allen Normen und Regeln des Fußballs verabschiedet.
Dieses Foto brachte vergangene Woche in Spanien die Diskussion auf, ob Zlatan Ibrahimovic und Barca-Teamkollege Gerard Piqué vielleicht schwul sind. Und eine Reporterin war tatsächlich so dreist und fragte beim Schweden einfach mal nach. "Ibras" Antwort: "Komm mit mir nach Hause und du wirst sehen, ob ich schwul bin. Und bring deine Schwester mit."
Wie wehrt man sich gegen den Vorwurf der sexuellen Belästigung? Genau, indem man zum Beispiel Kerner versaute Emails vorlesen lässt wie: "Freue mich auf's Bayernspiel. Hoffentlich fliegen sie gleich raus. Dann stoßen wir an!"
Das ist zwar nicht logisch, zeigt aber immerhin: So unsympatisch ist der Kempter ja gar nicht!
Ist es unhöflich von den Schwiegereltern, weiter apathisch Biathlon zu gucken, wenn man nach 120 Kilometern Schneetreiben endlich aus dem Auto steigt? Nein, man selbst würde auch kurz beim Fußball reinschauen, für ein bis zwei Halbzeiten.
Nathan Baker ist 18 Jahre jung, bei Aston Villa unter Vertrag, hat aber noch kein einziges Spiel für die erste Mannschaft bestritten. Und trotzdem schaffte er es heute auf die Sportseiten englischer Qualitätsmedien. Der Grund: Baker verkaufte fünf Tickets für das anstehende Ligapokalfinale gegen Manchester United - via Facebook. Stattliche 200 Pfund wollte der Jungspund pro Karte haben.
Dummerweise flog die Aktion auf, Aston Villa sperrte Baker für das Finale und nahm ihm die Tickets, ursprünglich für Familie und Freunde vorgesehen, wieder ab. Die offizielle Stellungnahme vonseiten des Vereins hörte sich denn auch entsprechend an: "The club is saddened that Nathan has been so foolish."
Das ist doch mal eine Geschichte. Ascoli spielt gegen Reggina in der Serie B. Regginas Carlos Valdez verletzt sich am Arm, will ausgewechselt werden und versucht, den Ball ins Aus zu schießen. Leider fehlt ihm die Kraft - und die Ereignisse nehmen ihren Lauf: Ascolis Vincenzo Sommese fängt das Leder ab, interessiert sich nicht dafür, dass kein Gegenspieler mehr eingreift, spielt quer auf Mirko Antenucci. Das 1:0 für Ascoli und ein Handgemenge auf dem Rasen sind die Folge, die Reggina-Akteure gehen auf den Torschützen los, bis einer von ihnen vom Platz fliegt. So weit, so gut.
Jetzt aber hat Ascoli-Coach Bepi Pillon seinen großen Auftritt, sammelt seine Spieler um sich, und die leisten, als sechs Minuten später weitergespielt wird, beim nächsten gegnerischen Angriff keine Gegenwehr. Reggina darf seelenruhig den Ausgleich schießen - so wie Antenucci zuvor. Fairplay irgendwie, nur die Fans sahen es anders: Nach dem Schlusspfiff - Reggina hatte noch 3:1 gewonnen - müssen Ascolis Männer ungewollt in der Kabine verweilen. Zwei Stunden lang.
Die Reaktionen sind unterschiedlich, selbst innerhalb der Ascoli-Truppe. Während Torschütze Sommese mit der Trainerentscheidung nicht einverstanden ist("Wozu denn? Die hatten mich schließlich schon verhauen"), steht Pillon auch nach dem Spiel zu seinem Vorgehen: "Ich konnte nicht anders entscheiden. Sollten wir in Ascoli denn so dastehen wie die Franzosen gegen Irland?"
Mo, 06.09.2010 18:04
Ich hatte das Interview auch gelesen - und musste erst [...]