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KOMMENTAR
Ein Mann mit Rückgrat

Nach dem Abgang von Trainer Volker Finke gibt es beim SC Freiburg nun auch einen Wechsel auf der Managerposition. Ob der Verein jetzt endlich zur Ruhe kommt? Ein Kommentar von Christoph Ruf, Freiburg


RUND-Redakteur Christoph Ruf


Nun also auch Andreas Bornemann. Der Manager des SC Freiburg macht ab sofort Dirk Dufner Platz. Zu groß waren offenbar die inhaltlichen Differenzen mit dem neuen Trainer Robin Dutt, als dass der erklärte Finke-Mann noch zu halten gewesen wäre. Zuletzt ließ Bornemann keinen Zweifel daran, dass er das Gehaltsvolumen für die beiden Neuzugänge Heiko Butscher (Bochum) und Ivica Banovic als zu hoch einstufte, woraufhin ihm das Präsidium die sportliche Entscheidungsgewalt entzog und Trainer Dutt die unumschränkte Handhabe für die Neuzugänge zusprach, „innerhalb des finanziellen Rahmens, der ihm und Herrn Dufner vom Präsidium zur Verfügung gestellt wird“, wie Präsident Achim Stocker auf einer Pressekonferenz am Mittwoch ergänzte.

Doch der eigentliche Grund für die Trennung liegt tiefer: Bornemann war und ist vom Finke-Kurs überzeugt, er hielt die Trennung vom langjährigen Coach für verfehlt und hätte keine Maßnahme Dutts mitgetragen, die im Gegensatz zur althergebrachten Freiburger Linie gestanden hätte. Der wahnwitzige Versuch, den bekennenden Cotrainer Achim Sarstedt vor zwei Wochen doch noch statt Dutt zum Chefcoach machen zu wollen, ging offenbar auch auf Bornemanns Initiative zurück. Spätestens als der absagte, war Bornemann nicht mehr zu halten. Bornemann jedoch ist ein charakterlich aufrichtiger Überzeugungstäter, kein Intrigant, es ist völlig ausgeschlossen, dass er Dutt im Alleingang verhindern wollte. Doch im Gegensatz zum Manager, der das Rückgrat bewies zurück zu treten, weil die „Vorstellungen von ihm und Dutt nicht überein zu bringen waren“ (Stocker), bleiben die Präsidiumsmitglieder, in deren Auftrag er die Offerte an Sarstedt richtete, im Amt.

In Freiburg dürften nun ruhigere Zeiten einkehren. Dufner, der in der Vergangenheit beim VfB Stuttgart und bei 1860 München im Management gearbeitet hat, ließ dann auch keinen Zweifel daran, dass er gut mit Dutt harmoniert: „Wir haben in den letzten beiden Wochen intensiven Kontakt gehabt, das passt.“ Finanzielle Abenteuer werde es nicht geben, man werde sich aber sinnvoll verstärken. Soumaila Coulibaly würde man offenbar ziehen lassen, Youssef Mohamad und Jonathan Pitroipa indes seien „absolut unverkäuflich“, wie Stocker und Dufner wortgleich betonten. Da der Erste aber in Köln und der Andere beim HSV im Gespräch ist, dürfte sich der Weggang der Beiden im Zweifelsfall kaum verhindern lassen. Da beide allerdings noch unter Vertrag stehen, hätte man, wenn das Unvermeidliche eintritt, allerdings ganz andere finanzielle Möglichkeiten, um selbst auf dem Transfermarkt aktiv zu werden.

Immer lächerlicher mutet im Licht der jüngsten Entwicklungen hingegen die Propaganda von Finke nahe stehenden Journalisten und Fanfürsten an, wonach bei einem Abgang des Trainers die halbe Mannschaft aus Solidarität den Verein verlassen würden. Alle Spieler, deren Abgang sich abzeichnet oder bereits feststeht, wechsel(te)n in Wahrheit zu Vereinen, bei denen sie schlicht und einfach mehr verdienen. Defensivmann Seyi Olajengbesi jedoch unterschrieb nun beim SC Freiburg einen neuen Vertrag, obwohl er offenbar mit aller Macht zur TSG Hoffenheim gelotst werden sollte. Und zwar nach Informationen des „kicker“ von einem gewissen Volker Finke.



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