
Versierter Marktstratege: Felix Magath bestimmte die Schlagzeilen der Transferperiode fast alleine
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Philipp Selldorf und Christof Kneer (SZ) ziehen zum Transferschluss Bilanz, die Manager Magath in den Mittelpunkt der Transaktionen rückt: „Die Zitterpartie des Nationalspielers Helmes ist die stellvertretende Geschichte vom deutschen Wintertransfermarkt. Natürlich ist es am letzten Tag noch mal turbulent geworden, aber davor war der Markt einigermaßen ruhig – und erstaunlich berechenbar. Es gab ein klares Muster mit einem klaren Zentrum: Handeln und Nicht-Handeln wurde von Wolfsburg bestimmt.“
Jan Christian Müller (FR) resümiert das „irrsinnige Rattenrennen“ mit einigen Anekdoten aus Geschichte und Gegenwart sowie mit einem bewährten Vergleich: „Der Markt war heiß gelaufen, es wurde geschachert wie auf einem orientalischen Markt, die Nerven lagen mitunter blank, auch weil so viele Mannschaften wie nie in den Abstiegskampf geraten sind.“
Michael Ashelm und Christoph Becker (FAZ) nehmen die „Handelswochen“ zum Anlass für die unangenehme Frage „Wie korrupt ist die Bundesliga?“. Bei der Beantwortung müssen sich die Autoren allerdings auf Annahmen stützen: „Je mehr Transfers ein Verein abschließt, desto misstrauischer müsste man sein. Der Betrugsklassiker sind verdeckte Provisionen – genannt Kick-back. (…) Hier teilen sich Vereinsangestellte, insbesondere Trainer oder Manager, die Beute eines Transfers mit dem Spielerberater, der eine gewisse Summe seines Honorars schwarz zurückreicht.“
Florian Diekmann (SpOn) bezieht sich im Wirtschaftsteil auch auf das Geschäftgebaren im Fußball und schlägt den EU-Politikern mit einem Augenzwinkern vor, sich ein Beispiel am „Financial Fair Play“ der UEFA zu nehmen: „Dort gilt bereits, worum in Brüssel noch gerungen wird – eine europäische Schuldenbremse. Und dort lässt sich die ganze Bandbreite der Methoden beobachten, mit denen eine solche Regelung ausgehebelt werden kann: von plump bis erstaunlich kreativ.“