BUNDESLIGA
Gefangen in der Floskalmaschine
Beim 2:3 in Nürnberg bestätigt Bayer Leverkusen das Klischee: Wenn es darauf ankommt, patzt das Team regelmäßig, von Christoph Ruf, Nürnberg.
„Vizekusen“, „Unterhaching“ – es wird nicht lange dauern, bis die Floskelmaschine wieder angeschmissen wird. Bayer Leverkusen hat sich das selbst zuzuschreiben. Das Team hätte am Ende des 25. Spieltages die Tabellenspitze belegen können. Es wäre dazu allerdings ratsam gewesen, beim 1. FC Nürnberg zu gewinnen. Stattdessen unterlag man dem Aufsteiger mit 2:3 – verdient, wie nach dem Spiel fast alle Beteiligten fanden. „Wir haben den Nürnbergern viel zu viel Raum gelassen“, ärgerte sich Stefan Kießling. Sein Team sei stabil genug, um sich wieder zu berappeln: „Bayern hat dreimal vorgelegt und wir haben dreimal nachgelegt, da lassen wir uns keine Krise einreden.“
Dass der Club so mutig aufgetreten war, wie man das eigentlich vom Meisterschaftskandidaten erwartet hatte, wollte der ehemalige Nürnberger aber nicht bestreiten. Schon in der 18. Minute spielte Mickael Tavares seinen Mittelfeldkollegen Marcel Risse genau im richtigen Moment frei, doch der erstarrte kaninchengleich angesichts des herauseilenden René Adler. Dann hatte Maxim Choupo-Moting seinen ersten gelungenen Auftritt: Nach Vorlage von Mike Frantz erzielte er den Führungstreffer (42.). Drei Minuten später war das Stadion endgültig aus dem Häuschen. Der in Hamburg-Altona aufgewachsene Stürmer erzielte nach Vorarbeit von Dennis Diekmeier das 2:0, seinen zweiten Treffer. „So darf man im Defensivverbund einfach nicht auftreten“, ärgerte sich Jupp Heynckes nach der Partie. „Der Nürnberger Sieg ist verdient, sie haben eine großartige kämpferische Leistung gebracht, aber auch fußballerisch überzeugt.“
Auch in der zweiten Halbzeit misslangen Leverkusen einfachste Zuspiele, jeder Versuch eines Kombinationsspiels blieb im Ansatz stecken. Als Tavares das 3:0 (54.) erzielte, dürften im nahen München endgültig die Champagnergläser geklirrt haben. Keeper René Adler, der unter Beobachtung von DFB- Torwarttrainer Andreas Köpke stand, passte sich beim dritten Nürnberger Treffer (Tavares 55.) seinen Vorderleuten an und reagierte doch deutlich phasenverzögert. Es dauerte tatsächlich bis zur 66. Minute, ehe den Gästen die erste vernünftige Kombination gelang. Nach schöner Vorarbeit von Gonzalo Castro gelang Stefan Kießling der Anschlusstreffer. Nun endlich zeigte Leverkusen, warum es sich in dieser Saison so viele Sympathien verdient hat. Der Club zog sich nun zurück und konnte dennoch nicht verhindern, dass der eingewechselte Patrick Helmes nur wenig später noch das 2:3 beisteuerte (73.). Zehn Minuten später rettete Rafael Schäfer gegen ihn in höchster Not und wehrte einen Schuss von Arturo Vidal ab (87.) Danach war Schluss – in München dürfte man das mit Freude registriert haben.
Dabei hatten die Bayern am Samstag Nachmittag noch selbst einen Matchball vergeben. Seit Lukas Podolski am Samstag mit seinem Tor dafür sorgte, dass auch die Bayern zweier Punkte verlustig gingen, hat man in Leverkusen wieder seinen Frieden mit den renitenten Nachbarn geschlossen. Zumal Bayer am gestrigen Sonntag wohl vorbereitet in die Partie beim 1. FC Nürnberg gehen konnte – wusste man doch seit über 22 Stunden, dass ein laues 1:0 reichen würde, um die Bayern von Platz eins zu verdrängen. Diesen psychologischen Vorteil hatte nun Leverkusen. Sie haben ihn nicht genutzt.
Gefangen in der Floskalmaschine
Beim 2:3 in Nürnberg bestätigt Bayer Leverkusen das Klischee: Wenn es darauf ankommt, patzt das Team regelmäßig, von Christoph Ruf, Nürnberg.

Es ist zum Schreien: Jupp Heynckes sieht Leverkusens Niederlage in Nürnberg
Foto Hoch Zwei
Foto Hoch Zwei
„Vizekusen“, „Unterhaching“ – es wird nicht lange dauern, bis die Floskelmaschine wieder angeschmissen wird. Bayer Leverkusen hat sich das selbst zuzuschreiben. Das Team hätte am Ende des 25. Spieltages die Tabellenspitze belegen können. Es wäre dazu allerdings ratsam gewesen, beim 1. FC Nürnberg zu gewinnen. Stattdessen unterlag man dem Aufsteiger mit 2:3 – verdient, wie nach dem Spiel fast alle Beteiligten fanden. „Wir haben den Nürnbergern viel zu viel Raum gelassen“, ärgerte sich Stefan Kießling. Sein Team sei stabil genug, um sich wieder zu berappeln: „Bayern hat dreimal vorgelegt und wir haben dreimal nachgelegt, da lassen wir uns keine Krise einreden.“
Dass der Club so mutig aufgetreten war, wie man das eigentlich vom Meisterschaftskandidaten erwartet hatte, wollte der ehemalige Nürnberger aber nicht bestreiten. Schon in der 18. Minute spielte Mickael Tavares seinen Mittelfeldkollegen Marcel Risse genau im richtigen Moment frei, doch der erstarrte kaninchengleich angesichts des herauseilenden René Adler. Dann hatte Maxim Choupo-Moting seinen ersten gelungenen Auftritt: Nach Vorlage von Mike Frantz erzielte er den Führungstreffer (42.). Drei Minuten später war das Stadion endgültig aus dem Häuschen. Der in Hamburg-Altona aufgewachsene Stürmer erzielte nach Vorarbeit von Dennis Diekmeier das 2:0, seinen zweiten Treffer. „So darf man im Defensivverbund einfach nicht auftreten“, ärgerte sich Jupp Heynckes nach der Partie. „Der Nürnberger Sieg ist verdient, sie haben eine großartige kämpferische Leistung gebracht, aber auch fußballerisch überzeugt.“
Auch in der zweiten Halbzeit misslangen Leverkusen einfachste Zuspiele, jeder Versuch eines Kombinationsspiels blieb im Ansatz stecken. Als Tavares das 3:0 (54.) erzielte, dürften im nahen München endgültig die Champagnergläser geklirrt haben. Keeper René Adler, der unter Beobachtung von DFB- Torwarttrainer Andreas Köpke stand, passte sich beim dritten Nürnberger Treffer (Tavares 55.) seinen Vorderleuten an und reagierte doch deutlich phasenverzögert. Es dauerte tatsächlich bis zur 66. Minute, ehe den Gästen die erste vernünftige Kombination gelang. Nach schöner Vorarbeit von Gonzalo Castro gelang Stefan Kießling der Anschlusstreffer. Nun endlich zeigte Leverkusen, warum es sich in dieser Saison so viele Sympathien verdient hat. Der Club zog sich nun zurück und konnte dennoch nicht verhindern, dass der eingewechselte Patrick Helmes nur wenig später noch das 2:3 beisteuerte (73.). Zehn Minuten später rettete Rafael Schäfer gegen ihn in höchster Not und wehrte einen Schuss von Arturo Vidal ab (87.) Danach war Schluss – in München dürfte man das mit Freude registriert haben.
Dabei hatten die Bayern am Samstag Nachmittag noch selbst einen Matchball vergeben. Seit Lukas Podolski am Samstag mit seinem Tor dafür sorgte, dass auch die Bayern zweier Punkte verlustig gingen, hat man in Leverkusen wieder seinen Frieden mit den renitenten Nachbarn geschlossen. Zumal Bayer am gestrigen Sonntag wohl vorbereitet in die Partie beim 1. FC Nürnberg gehen konnte – wusste man doch seit über 22 Stunden, dass ein laues 1:0 reichen würde, um die Bayern von Platz eins zu verdrängen. Diesen psychologischen Vorteil hatte nun Leverkusen. Sie haben ihn nicht genutzt.
Zurück |