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KLEIN-KLEIN
Fast so schlimm wie in grau
Die Fans von Manchester United können mit dem Auswärtstrikot ihrer Lieblinge nichts anfangen, Stewart Downing tut sich in Liverpool schwer und Mesut Özil ist auch im eigenen Auto weiter auf der Überholspur. Von Henning Klefisch.

 

Patrice Evra

Patrice Evra im falschen Trikot: Den Liverpooler Anhängern scheint das blaue Auswärts-Hemd von ManU auch nicht zu gefallen. Foto Pixathlon


ManU-Fans gegen Trikot-Wahnsinn
Als Fan von Manchester United hat man es in diesen Tagen nicht leicht. Blamabel das Aus in der Champions League gegen Basel. Die ungewohnte Verfolgerrolle hinter dem Stadtrivalen City in der Liga tut weh. Von der zunehmenden Kommerzialisierung sind die Fans von ManU schon lange schwer genervt. Die Zeit, wo die Anhänger alles mitmachten, sind lange vorbei. Jetzt hat sich eine Eltern-Initiative gegründet, die fünf neue Trikots in fünf Jahren als übertrieben ansieht. Immerhin kostet ein Polyester-Hemd im Online-Shp 39,99 Pfund, umgerechnet 47 Euro.

Das ungewöhnliche blaue Auswärtsshirt ruft auch Ästheten auf den Plan. So schrieb ein Fan: „Es ist fast so schlecht, wie das berüchtigte graue Shirt. Die Spieler werden sich gegenseitig nicht sehen. Das rote Design sollte besser beibehalten werden.“ Die allgemeine Meinung der Fans erklärt ein Blogger: „Es ist doch offensichtlich, dass sie nur Geld machen wollen. Sie wollen die Fans dazu bewegen, es zu kaufen. Ich kann kaum glauben, dass die Fans die Fanshops stürmen werden. Dieses Trikot wird nicht in die Geschichte eingehen, als klassisches Man-United-Trikot.“

 

Stewart DowningNoch nicht richtig in Liverpool angekommen: Stewart Downing
Foto Pixathlon


Liverpool als Kultur-Schock
Auf der Insel ist bekannt, dass Liverpools Flügelspieler Stewart Downing sein Herz auf der Zunge trägt. So gibt er ehrlich gegenüber der englischen Zeitung „Daily Mirror“ zu: „Das Leben in Liverpool ist ein bisschen wie ein Kulturschock!“  In Liverpool sind sie empfindlich, wenn man die "Scousers" beleidigt. Immerhin sagt der Nationalspieler, dass er sich angepasst habe. Zuvor spielte der 27-jährige Profi für Vereine wie den FC Middlesbrough und Aston Villa in Birmingham. Auch nicht gerade Weltstädte. Für rund 20 Millionen Pfund ist er im Sommer 2011 an die Anfield Road gewechselt. Nur 18 von 34 Spielen absolvierte er für den FC Liverpool. Er gibt zu, dass der Druck auf dem Spielfeld im Vergleich zu seinen früheren Stationen deutlich größer sei. Seine Form sei unberechenbar. Nur einmal konnte er treffen.


Three Lions Trikot ausgetwittert
Es wird wieder mächtig getwittert im britischen Königreich. Meistens geht es inhaltlich um belanglose Angelegenheiten, diesmal wurde ein stets streng gehütetes Geheimnis offenbart. Konkret geht es um das EM 2012 Trikot der „Three Lions“

Joey Barton, Mittelfeldspieler der Queens Park Rangers, konnte sein Wissen einfach nicht länger für sich behalten und postete formvollendet Aufnahmen auf seinem Twitter-Account zu seinen 1,2 Millionen Followers.

Ursprünglich sollte das Trikot erst am 29. Februar der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Offiziellen der FA waren wahrscheinlich „not amused“ über diesen Alleingang. Die Katze ist aus dem Sack. Oder besser gesagt: Das Trikot ist im Netz. So oder so ähnlich lautet das Motto einer neuen humoristischen Twitter-Geschichte.


Gegenspieler Schneeball
Ein gutes Vierteljahr vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine mussten sich die Spieler von Sporting Lissabon im Warschauer EM-Stadion mit unverhofften Angriffen auseinandersetzen. Während hierzulande das vermehrte Werfen und Abbrennen von Pyrotechnik für hitzige Diskussionen sorgt, versuchen es die Fans in Polen mit einer kleinen Erfrischung. Lautstark postulierten sie den leicht abgewandelten Slogan „Schneeballwerfen ist kein Verbrechen“.

An ein vernünftiges Warmmachen vor dem Anpfiff war im Schneeballhagel nicht zu denken. Besondere Kreativität bewiesen die polnischen Fans, die sie für jeden Wurf ausgefallene Schlachtgesänge intonierten. Während die Sporting-Kicker diese ungewöhnliche Aktion mit Humor nahmen, zog Referee Matej Jug jedoch eine Miene wie nach drei Wochen Regenwetter und unterbrach die Begegnung – Sporting holte trotz der Schneebälle ein 2:2 – mehrfach.

 

 Mesut ÖzilDer Wunderbaum fährt mit: Mesut Özil auf den Straßen Madrids

Özil überholt
Auf dem Spielfeld ist der deutsche Nationalspieler Mesut Özil auf der Überholspur. Die WM 2010 war sein Durchbruch auf internationaler Ebene. Der Wechsel zu den „Königlichen“ von Real Madrid folgte. Dies möchte der Spielmacher offenbar auch mit seinem neuen Auto zeigen. So leistete er sich einen Ferrari 458, den er stolz in Madrids Prachtstraßen präsentierte. Für Autofreunde: Der Motor hat 4.499 ccm V9 mit 570 PS bei 9.000 Umdrehungen pro Minute.

 

Toni Polster

Kann nicht nur Currywurst: Toni Plster hat sich für die 100 Jahre Gala des österreichischen Fußballverbandes in Schale geworfen. Rechts sein ehemaliger Mitspieler Herbert Prohaska
Foto Pixathlon

 

„Victoria-Currywurst trifft Astra-Bier“
Jetzt geht der FC St. Pauli auch noch auf Europatournee. Erstes Ziel ist ein Gastspiel bei der Wiener Viktoria am 13. Oktober diesen Jahres. Eingefädelt hat diesen Deal die ehemalige Kölner Stürmer-Ikone Toni Polster, derzeit Trainer beim österreichischen Fünftligisten.

Dabei können sich die Wiener ein eigenes Bild von ihren Vorbildern machen. So hat sich Roman Gregory, so etwas wie der Präsident der Viktoria, zum ambitionierten Ziel gesetzt: „Wir wollen das St. Pauli von Wien werden“ so der „Alkbottle“ Frontmann gegenüber der „Kronenzeitung“.  Ziel ist es, ähnlich wie St. Pauli, einen eigenen Mythos und Charakter aus einer lebendigen Stadtteilkultur zu beziehen. „Keiner hat geglaubt, dass wir das hinkriegen. Aber wir haben es geschafft“, so Sabatnig.

Auch kulinarisch soll eine perfekte Symbiose geschaffen werden. So gibt es künftig eine von Starkoch Bernie Rieder kreierte „Viktoria-Currywurst“ mit dem dazu passenden Hamburger Bier Astra. Den fast 48-jährigen Polster juckt es in den Füßen: „Gegen St. Pauli zieh' ich vielleicht auch nochmal die Bock an.“



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