DER TEAMCHECK
Defensivtraining bei 37 Grad
Beim Karlsruher SC haben vier von sechs Neuzugängen ihren Stammplatz so gut wie sicher. Im feudalsten Trainingslager aller Bundesligisten herrscht beste Laune – wenn nur die Politik nicht wäre. Von Christoph Ruf, Baiersbronn-Tonbach.

Bester Laune: Auch diese KSC-Fans freuen sich auf die erste Saison nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga Foto Martin Sigmund
Ein Superlativ ist dem Karlsruher SC schon vor Beginn der Bundesligasaison sicher: Kein Team bestreitet seine Vorbereitung in einem vornehmeren Rahmen als der Aufsteiger: Die „Traube“ in Baiersbronn-Tonbach beherbergt das einzige Drei-Sterne-Restaurant der Republik. Aus den Zimmerfenstern fällt der Blick auf eine malerisch-abgeschiedene Schwarzwaldlandschaft. Und im Konferenzraum funktionieren die Klimaanlagen auch unter extremsten Bedingungen.
Während die Profis eine Stunde später bei 37 Grad Außentemperatur ihre Runde drehen sollten, analysierte ein gut gelaunter Ede Becker den bisherigen Verlauf der Saisonvorbereitung: „Wir haben vergangene Saison einfach zu viele Gegentore bekommen. Das müssen wir abstellen“, klagte der KSC-Coach. In der Tat bekamen die offensivfreudigen Karlsruher – kein Team erzielte mehr Tore – mit 41 Treffern so viele Gegentore wie keine andere Mannschaft aus dem oberen Drittel. Und das, obwohl sowohl Keeper Markus Miller als auch die beiden etatmäßigen Innenverteidiger Mario Eggiman und Maik Franz zu den besseren Individualisten im Team gehören. Becker feilte in Tonbach dann auch am Defensivverhalten des ganzen Kaders: „In der Bundesliga werden Fehler gnadenlos bestraft, im Abschluss sind die Stürmer dort wesentlich sicherer.“ Auch deshalb wollen die Badener grundsätzlich etwas defensiver als zuletzt in die Partien gehen. In der Regel wird man wohl im 4-2-3-1-System mit der so genannten „Doppel-Sechs“ beginnen.
Von den Neuzugängen dürften es Andreas Görlitz (rechte Abwehrseite), Tamas Hajnal (zentral hinter der Spitze), Christian Timm und Aliaksandr Iashvili (rechts und links daneben) am leichtesten haben, in die Anfangsformation zu kommen, Christopher Reinhard (hinten links) und der vielseitig einsetzbare Mittelfeldmann Stefan Buck sind mittelfristig allerdings ebenfalls in akuter Stammplatzgefahr. Den Konkurrenzkampf, so Becker, habe man jedenfalls „im sportlichen Bereich deutlich erhöht.“ Teamintern hingegen sei die Stimmung kameradschaftlich wie eh und je: „Da ist immer der nötige Respekt dabei.“
Bei so viel Harmonie im sportlichen Bereich stören nur die Meldungen aus Politik und Finanzwelt: Während der Streit um Vertragsdetails mit dem Rechtevermarkter Michael Kölmel mit einer faktischen Kapitulation des Vereins endete (Präsident Hubert Raase, der den Vertag aus dem Jahr 2000 juristisch überprüfen ließ überwies gestern den fälligen Betrag), gibt es in Sachen Stadionneubau keine positiven Neuigkeiten: Nachdem Oberbürgermeister Heinz Fenrich auf einer gestern eigens einberufenen Pressekonferenz bekundet hatte, der KSC müsse sich finanziell stärker einbringen, gab Manager Rolf Dohmen eine Stunde später den Schwarzen Peter an die Politiker zurück: „Ich kann nur hoffen, dass wir den Umbau noch erleben.“ den Fans scheint der Zank indes reichlich egal zu sein: bereits 18.000 Dauerkarten gingen bislang über den Tresen.
Defensivtraining bei 37 Grad
Beim Karlsruher SC haben vier von sechs Neuzugängen ihren Stammplatz so gut wie sicher. Im feudalsten Trainingslager aller Bundesligisten herrscht beste Laune – wenn nur die Politik nicht wäre. Von Christoph Ruf, Baiersbronn-Tonbach.

Bester Laune: Auch diese KSC-Fans freuen sich auf die erste Saison nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga Foto Martin Sigmund
Ein Superlativ ist dem Karlsruher SC schon vor Beginn der Bundesligasaison sicher: Kein Team bestreitet seine Vorbereitung in einem vornehmeren Rahmen als der Aufsteiger: Die „Traube“ in Baiersbronn-Tonbach beherbergt das einzige Drei-Sterne-Restaurant der Republik. Aus den Zimmerfenstern fällt der Blick auf eine malerisch-abgeschiedene Schwarzwaldlandschaft. Und im Konferenzraum funktionieren die Klimaanlagen auch unter extremsten Bedingungen.
Während die Profis eine Stunde später bei 37 Grad Außentemperatur ihre Runde drehen sollten, analysierte ein gut gelaunter Ede Becker den bisherigen Verlauf der Saisonvorbereitung: „Wir haben vergangene Saison einfach zu viele Gegentore bekommen. Das müssen wir abstellen“, klagte der KSC-Coach. In der Tat bekamen die offensivfreudigen Karlsruher – kein Team erzielte mehr Tore – mit 41 Treffern so viele Gegentore wie keine andere Mannschaft aus dem oberen Drittel. Und das, obwohl sowohl Keeper Markus Miller als auch die beiden etatmäßigen Innenverteidiger Mario Eggiman und Maik Franz zu den besseren Individualisten im Team gehören. Becker feilte in Tonbach dann auch am Defensivverhalten des ganzen Kaders: „In der Bundesliga werden Fehler gnadenlos bestraft, im Abschluss sind die Stürmer dort wesentlich sicherer.“ Auch deshalb wollen die Badener grundsätzlich etwas defensiver als zuletzt in die Partien gehen. In der Regel wird man wohl im 4-2-3-1-System mit der so genannten „Doppel-Sechs“ beginnen.
Von den Neuzugängen dürften es Andreas Görlitz (rechte Abwehrseite), Tamas Hajnal (zentral hinter der Spitze), Christian Timm und Aliaksandr Iashvili (rechts und links daneben) am leichtesten haben, in die Anfangsformation zu kommen, Christopher Reinhard (hinten links) und der vielseitig einsetzbare Mittelfeldmann Stefan Buck sind mittelfristig allerdings ebenfalls in akuter Stammplatzgefahr. Den Konkurrenzkampf, so Becker, habe man jedenfalls „im sportlichen Bereich deutlich erhöht.“ Teamintern hingegen sei die Stimmung kameradschaftlich wie eh und je: „Da ist immer der nötige Respekt dabei.“
Bei so viel Harmonie im sportlichen Bereich stören nur die Meldungen aus Politik und Finanzwelt: Während der Streit um Vertragsdetails mit dem Rechtevermarkter Michael Kölmel mit einer faktischen Kapitulation des Vereins endete (Präsident Hubert Raase, der den Vertag aus dem Jahr 2000 juristisch überprüfen ließ überwies gestern den fälligen Betrag), gibt es in Sachen Stadionneubau keine positiven Neuigkeiten: Nachdem Oberbürgermeister Heinz Fenrich auf einer gestern eigens einberufenen Pressekonferenz bekundet hatte, der KSC müsse sich finanziell stärker einbringen, gab Manager Rolf Dohmen eine Stunde später den Schwarzen Peter an die Politiker zurück: „Ich kann nur hoffen, dass wir den Umbau noch erleben.“ den Fans scheint der Zank indes reichlich egal zu sein: bereits 18.000 Dauerkarten gingen bislang über den Tresen.
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