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Bayern jetzt wie Leverkusen?
Der FC Bayern verliert schon wieder gegen Borussia Dortmund. Die Experten diskutieren, wie der wacklige Branchenführer die Scharte im Finale der Champions League gegen Chelsea auswetzen kann. Die Pressestimmen zum Pokalfinale – gesammelt von indirekter-freistoss.de

Tor für Borussia Dortmund: Manuel Neuer und Holger Badstuber verlieren mit dem FC Bayern das Pokalfinale
Foto Pixathlon
Klaus Hoeltzenbein (SZ) macht den unterlegenen Bayern Mut: „Wisch und weg? Wenn’s nur so einfach wäre. Fünf Tore sind ein enormer Ballast, und sie wiegen in der Erinnerung von Tag zu Tag ein bisschen schwerer. Es bedarf allerlei psychologischer Kunstgriffe des Trainerstabs, das in Berlin Erlittene zu verdrängen. Doch die Verabredung mit Chelsea hat auch einen Vorteil: So wird dieses 2:5 nicht der letzte Eindruck der Saison sein, es bleibt eine Chance, das Resultat vor einer dreimonatigen Ligapause zumindest zu verdrängen.“
Roland Zorn (FAZ) lobt die Dortmunder Zielstrebigkeit: „Tatsächlich eroberten die Spieler in Schwarz und Gelb nach der jüngst wiederholten deutschen Meisterschaft in Berlin auch den Pokal des Deutschen Fußball-Bundes, weil sie dem letztlich hoffnungslos unterlegenen Rekordmeister und Rekordpokalgewinner FC Bayern München auch in dessen traditioneller Königsdisziplin weit voraus waren: in der Effizienz.“
Christian Spiller (Zeit Online) hält den Ball flach: „Es stimmt schon, man kann über eine Wachablösung diskutieren. Es war der fünfte Dortmunder Sieg gegen den FC Bayern hintereinander. Der BVB sammelte auf dem Weg zur Meisterschaft 81 Punkte, das gab es noch nie. Zum ersten Mal seit 103 Jahren gibt es für Dortmund nun auch noch den Pokal obendrauf. Und doch kann dieses Spiel nicht als Beweis dafür herhalten, dass sich das Kräfteverhältnis im deutschen Fußball verschoben habe. Dafür war diese Partie mit ihren Begleitumständen zu ungewöhnlich.“
Felix Meininghaus (Spiegel Online) reibt sich verwundert die Augen: „Und in der Tat wirkte es, als hätte der Dortmunder Erfolgslauf der vergangenen zwei Jahre im Pokalfinale seinen Höhepunkt erreicht. Es schien, als könnten die BVB-Profis gar nicht am Tor vorbeischießen, obwohl sie noch nicht einmal ihre beste Saisonleistung abgerufen hatten. Für den fünften Sieg in Folge über den FC Bayern reichte es trotzdem. Das war zuvor noch keiner Mannschaft gelungen.“
Andreas Rüttenauer (taz) bringt es auf den Punkt: „Was die Zuschauer zu sehen bekamen war das merkwürdigste Finale, das seit langen im Olympiastadion stattgefunden hat. Am Ende setzte sich nicht die Mannschaft durch, die besser Fußball gespielt, sondern diejenige, die in einem wahren Fehlerfestival ein paar Fehler weniger gemacht hatte. Insofern war der Sieg der Dortmunder hochverdient.“
Michael Rosentritt (Tagesspiegel) zeigt mit dem Finger in Richtung Rheinland: „Erinnerungen werden wach an Bayer Leverkusen, an jene Mannschaft, die vor genau zehn Jahren ganz dicht vor drei Titelgewinnen stand. Erst wurde die Meisterschaft am vorletzten Spieltag verspielt, es folgte das verlorene Pokalfinale und schließlich der Knockout im Finale der Champions League gegen Real Madrid. Am Ende blieb der Mannschaft nicht die Anerkennung für den tollen Fußball, den sie bis dahin geboten hatte, sondern nur Spott, Vize-Kusen eben. Tatsächlich leverkuseln nun die auch die Bayern.“
Christian Kunz und Heinz Büse (stern.de) schlottern schon die Knie: „Nun müssen die Münchner die Saison mit dem Coup im Heim-Finale retten. Auch wenn Bundestrainer Joachim Löw den Bayern eine „riesen Reaktion“ und einen Titel zutraut – beim Blick auf die Defensivleistung von Berlin wird es einem Angst und Bange vor dem Duell gegen Didier Drogba und Fernando Torres.“