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presseschau
Schalke tritt auf der Stelle 
Die Niederlage beim SC Freiburg hinterlässt in Gelsenkirchen Ratlosigkeit. Der Schwung nach dem Schalker Trainerwechsel von Jens Keller zu Roberto Di Matteo scheint schon verflogen. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

 Roberto di MatteoNachfolger von Jenss Keller auf dem Schalker Trainingsstuhl: Roberto Di Matteo. Foto: Pixathlon

 


Gegen starke Freiburger haben konzept- und mutlose Schalker keine Chance. Christoph Ruf (Spiegel Online) wundert sich nach dem Spiel über die Analyse von Schalke-Trainer Di Matteo: „Es klang fast so, als kommentiere er eine unglückliche Niederlage gegen Real Madrid oder die Bayern. Doch so war es nicht: Schalke hatte völlig verdient gegen Freiburg verloren, gegen einen Abstiegskandidaten, der zuvor mit nur einem Sieg aus zehn Spielen Drittletzter gewesen war. Und Schalke hätte gut und gerne auch fünf oder sechs Gegentore bekommen können.“


Peter Müller (derwesten.de) holt zum Rundumschlag aus: „Die Blau-Weißen haben sich selbst zerlegt, und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Selbst wenn es der entlassene Trainer Jens Keller versäumt haben sollte, die Mannschaft körperlich optimal auf die Saison vorzubereiten: Auch in Freiburg wurde deutlich, dass es bei weitem nicht nur an der Kondition hapert. Es fehlt bei einigen auch die richtige Haltung. Das erste Gegentor gab dafür ein treffliches Beispiel: Wie sich Sidney Sam wehrlos im Mittelfeld den Ball abnehmen ließ und damit den erfolgreich abgeschlossenen Freiburger Konter ermöglichte, das hatte mit Bundesligafußball nur sehr wenig zu tun.“

Der Kollege Reinhard Schüssler (derwesten.de) nimmt die Verantwortlichen abseits des Rasens in die Pflicht: „Ernüchterndes Fazit: Eine Mannschaft, deren Charakter nach dem Freiburg-Spiel selbst von Kapitän Benedikt Höwedes in Frage gestellt wurde und Trainer (die Namen sind austauschbar), die mit der Führung des sündhaft teuren Kaders offenbar überfordert sind, geben ein desillusionierendes Bild ab. Vor allem aber wirft es die Frage nach der Gesamtverantwortung im Verein auf. Womit wir bei Aufsichtsratschef Clemens Tönnies und Sportvorstand Horst Heldt wären.“

Oliver Müller (Welt) sieht kein Licht am Ende des Tunnels: „Der Trainer will die aktuelle Länderspielpause nun dazu nutzen, um mit den Spielern an grundsätzlichen Themen zu arbeiten: Abwehrverhalten und Spielaufbau. An der fehlenden Fitness des Teams kann er jedoch kaum etwas machen.   Dies lässt befürchten, dass Schalke zumindest bis zur Winterpause nichts anderes übrig bleibt, als sich in Schadensbegrenzung zu versuchen. Vielleicht sogar noch länger. Über die Schuldfrage zu diskutieren, ist müßig – sie wird sich ohnehin nicht mehr klären lassen.“



Der VfL Wolfsburg ist derzeit der einzige Club mit Tuchfühlung zum Rekordmeister aus München. Christian Witt (Welt) applaudiert: „Als nach fünf Spielen in der Bundesliga gerade mal fünf Punkte zu Buche standen, blieben die Führungsspitze und der ambitionierte VW-Boss Martin Winterkorn gelassen im Hintergrund. Und genauso ruhig steuert der VfL nach fünf Bundesligasiegen in Folge dem Vize-Platz weiter entgegen, der die Teilnahme an der Champions League garantiert. Nix Euphorie und dicke Klappe, ruhiges konzentriertes Arbeiten ist angesagt. Gelebte Demut, die Sympathiewerte steigen lässt.“



Durch die Heimniederlage gegen Hannover nimmt Hertha BSC ungewollt Kontakt zu den Abstiegsrängen auf. Stefan Hermanns (Tagesspiegel) spart nicht mit Kritik: „Wie schon gegen den Drittligisten Bielefeld im Pokal und gegen den Aufsteiger Paderborn blieben die Berliner erneut ohne Tor. Beim Versuch, das 0:1 aufzuholen, gelang ihnen nach der Pause kein einziger seriöser Torschuss. Wieder einmal offenbarte die Mannschaft eine erschreckende spielerische Armut. Ein strukturierter Aufbau fand nicht statt, der Ball flog meist hoch und weit durch die Berliner Luft. Gerade im Mittelfeld fehlt eine ordnende Hand, eine tiefere Idee ist nicht zu erkennen.
 

 
 
 


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