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Der nächste HSV-Notfallplan 
Der Hamburger SV stellt Trainer Joe Zinnbauer frei, Sportdirektor Peter Knäbel übernimmt. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

 

 

Valon Behrami und Johan DjourouLippenleser haben keine Chance: Valon Behrami und Johan Djourou nach der HSV-Niederlage gegen Hertha BSC Berlin Foto Pixathlon
 
 
Mit Peter Knäbel setzen die Hamburger ihren Sportdirektor auf die Bank. Nur eine Zwischenlösung, wie Lutz Wöckener (Welt) weiß: „Die Trennung von Zinnbauer, so der interne Plan, sollte nach erfolgtem Klassenverbleib im Sommer vollzogen werden. Dessen Nachfolger, erklärter Wunschkandidat, mit dem bereits weitgehend Einigkeit erzielt wurde, würde dann den Umbruch markieren, ein neues Kapitel aufschlagen und endlich für die seit Jahren vermisste Kontinuität sorgen. Strategisch, systematisch, spielphilosophisch. Das hatte der HSV in der jüngeren Vergangenheit zwar schon ein Dutzend Mal propagiert, aber nun gut. So war der Plan. Interne Euphorie, die von der Aktualität einkassiert wurde. Der Pakt mit dem Neuen machte die Blitzfahndung am Wochenende aussichtslos. Eine Art Knebelvertrag, der zum Knäbel-Vertrag führte. „Peter ist die beste Option“, sagt Beiersdorfer. Was nicht schwer ist, weil er die einzige war.“
 

Fleißig, engagiert, unkonventionell

Frank Heike (FAZ) nimmt Joe Zinnbauer tröstend in die Arme: „Die Begeisterung um den frischen und irgendwie anderen Bundesligatrainer-Neuling Zinnbauer hielt nur ein paar Monate. Im September 2014 auf Mirko Slomka folgend, war Zinnbauer seit dem Debakel von München angeschlagen, seit den müden Auswärtsauftritten in Frankfurt und Hoffenheim ein Trainer auf Zeit. Fleißig, engagiert, unkonventionell, der Jugend eine Chance gebend, so trat der 44 Jahre alte Unterfranke auf. Aber an dieser von fünf Trainer und vier Sportchefs seit 2010 zusammen gestückelten Truppe biss er sich die Zähne aus: Trotz eines 56 Millionen Euro teuren Kaders, trotz Nationalspieler vieler Länder, sammelte der HSV kaum Punkte und steht nur zwei Zähler besser da als vor einem Jahr.“

 

Hendrik Buchheister (Spiegel Online) nimmt Tuchel-Freunden den Wind aus den Segeln: „Die Aufgabe beim HSV ist aber auch undankbar: Es gilt, den Verein vor dem Abstieg zu bewahren – und nach erledigter Arbeit wieder Platz zu machen. Denn zur neuen Saison planen die Hamburger angeblich eine große Lösung. Thomas Tuchel gilt als Kandidat für den Neuaufbau, wobei nicht klar ist, warum sich der begehrteste arbeitsuchende Trainer im deutschen Fußball ausgerechnet für den HSV entscheiden sollte. Wie attraktiv ist schon ein Verein, der in den vergangenen 18 Jahren 18 Trainer verschlissen hat, und der in der kommenden Saison möglicherweise in der zweiten Liga spielt?“

Sie tuschelten über ihn

Frederik Ahrens (mopo.de) zeigt mit dem Finger in Richtung Spielfeld: „Während die Youngster von Joe Zinnbauer schwärmten und Spieler der Kategorie Diekmeier für ihn kämpften, fehlte einigen Leitwölfen der Draht zum Coach. Hinter vorgehaltener Hand tuschelten sie über ihn, schadeten ihm. Nein, auch gegen Hertha hat sicher niemand gegen den Trainer gespielt. Für ihn gespielt haben aber auch zu wenige. So musste Zinnbauer scheitern. An anderer Stelle wird er erfolgreich(er) sein.“

Auch Jörg Marwedel (SZ) klopft dem gefeuerten HSV-Coach anerkennend auf die Schultern: „Der leidenschaftliche Zinnbauer, der schon mit 24 Jahren mit einer Versicherungsfirma erfolgreich war, ist wohl fußballtaktisch an Grenzen gestoßen. Das dramatisch verlorene Spiel in München habe er „vercoacht“, sagen Experten. Ob er eher offensiv oder defensiv im Mittelfeld spielen wollte, blieb häufig unklar. An Kapitän Rafael van der Vaart hat sich Zinnbauer die Zähne ausgebissen. Der berühmte Niederländer durfte sich schon als Zehner, Achter, Sechser und als Ersatzspieler ausprobieren. Zudem gab es immer wieder Verletzte. Vorne fehlten Lasogga und Maximilian Beister oft. Artjoms Rudnevs ist nicht bundesligareif – und dem im Winter aus Wolfsburg zurückgeholten Ivica Olic sieht man seine 35 Jahre zunehmend an.“

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