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Klein-Klein ohne Durchschschlagskraft? 
Die DFB-Auswahl zeigt beim 2:0-Sieg in Georgien ein seriöses Flach- und Kurzpassspiel, die Reporter vermissen allerdings die Zielstrebigkeit im Abschluss. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

 

 

Jogi LöwBundestrainer beim Testspiel gegen Australien. Foto Pixathlon
 
 
Trotz eines ungefährdeten Sieges gegen hinterherlaufende Georgier ist die Presse unzufrieden. Michael Horeni (FAZ) fordert mehr Durchschlagskraft: „das Flach- und Kurzpassspiel der technisch exzellenten, wendigen und kombinationslustigen Kräfte wie Kroos, Özil, Götze oder Reus, die jeden Gegner auseinander nehmen können, fehlt es an der letzten Entschlossenheit vor dem Tor, aber seit dem Sommer eben nicht nur gegen Georgien. Aber auch mit den zielstrebigeren Stürmertypen Schürrle und Podolski sehen die Ergebnisse nicht besser aus. An der Folge dieser Schwäche werden die Deutschen, so wie es aussieht, wohl noch bis zum Ende der EM-Qualifikationsrunde im Herbst zu kämpfen haben.“
 

Peter Ahrens (Spiegel Online) ist enttäuscht: „Neun Tore hat das DFB-Team in den bisherigen fünf Partien gemacht, das sind tatsächlich sieben weniger als die Polen, zwei weniger als Schottland und Irland. Drei Nationen, die auch nicht als die Tormaschinen in die Fußballgeschichte eingegangen sind. Das ist ein Umstand, der Löw bei der überraschend engen Gruppenkonstellation zunehmend Sorge bereitet. Am Ende kann das Torverhältnis eine Rolle spielen, wenn es um die ersten beiden Plätze geht, und da hat Löws Team auch in Georgien die Möglichkeit verpasst, nachzulegen.“

Zusehends lethargisch

Auch Lars Wallrodt (Welt) habt warnend den Zeigefinger: „In der ersten Hälfte funktionierte das Spiel des Weltmeisters gut. Es wurde flüssig kombiniert, und mit etwas mehr Treffsicherheit hätte das Ergebnis schon zur Pause deutlich ausfallen können. Nach der Pause allerdings verfiel die deutsche Mannschaft zusehends in jene Lethargie, die sie schon gegen Polen und Irland Punkte gekostet hat. Das ist ein Punkt, an dem Löw dringend mit seinen Spielern arbeiten muss. Eine große Mannschaft zeichnet sich nämlich auch dadurch aus, dass sie nicht nur gegen namhafte Konkurrenten glänzt. Dem deutschen Team allerdings gelingt das oft nur temporär, nicht aber über die gesamte Spielzeit.“

Stefan Nestler (dw.de) hingegen lehnt sich entspannt zurück: „In der zweiten Hälfte schaltete die gesamte Mannschaft einen Gang zurück, ohne wirklich Gefahr zu laufen, das Spiel aus der Hand zu geben. Gegen stärkere Gruppengegner dürfte nur eine gute Halbzeit zu wenig sein, um das angestrebte Ziel, den Gruppensieg, zu erreichen. Doch Joachim Löw hat nicht erst mit dem WM-Triumph bewiesen, dass er seine Mannschaft punktgenau vorbereiten kann. Der Bundestrainer weiß, dass er sich nicht auf alten Erfolgen ausruhen darf, sondern neue Spieler einbinden muss. Löw hat noch Zeit. Und er ist auf dem richtigen Weg. Das hat das Spiel in Georgien gezeigt. Am Ziel ist Löw noch lange nicht, muss er aber auch nicht. Lasst den Mann weiter in Ruhe arbeiten! Das hat sich schon mehr als einmal ausgezahlt.“

Ralf Birkhan (derwesten.de) fordert ein Umdenken bei der Uefa: „Solange die europäische Uefa nicht abspeckt, sondern im Gegenteil Teams wie Gibraltar aufnimmt, wird die EM-Qualifikation für die großen Fußball-Nationen auf Dauer ein Pflicht-Langeweiler bleiben. Auf den Plätzen vor Georgien stehen in der Weltrangliste übrigens Lesotho, Simbabwe sowie St. Kitts and Nevis. Freiwillig würden Löw und Co. nicht auf die Idee kommen, sich eines dieser Teams als Gegner auszusuchen. Es wäre einfach nur: überflüssig.“

 

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