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Blutleere Auftritte 
Schalke 04 und Hertha BSC starten schwach– die Reporter betreiben Ursachenforschung. Außerdem: Franck Ribéry belebt das Bayern-Spiel. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

FC BayernFreude mit Franck Ribéry: Arjen Robben und Dante. Foto: Pixathlon

 


Hertha BSC verliert überraschend gegen Mainz. Sven Flohr (Welt Online) schlägt schon nach drei Spieltagen die Hände vors Gesicht: „Der ideenlose wie blutleere Auftritt gegen nur mäßige Mainzer knüpfte nahtlos an die Leistungen in der Rückrunde der Vorsaison an. Hertha hat nun ein durchaus selbst gemachtes Problem. Mit erst einem Punkt und bereits neun Gegentoren droht eine Saison, die als Aufbruch gedacht war, im Abstiegskampf zu enden.“

Michael Rosentritt (Tagesspiegel) steht im Regen: „Immer wieder wischten sich die Spieler das Nasse von oben aus dem Gesicht. War auch ein Sauwetter, am Sonntagvormittag so gegen zehn. Und war es nicht auch ein vermatschtes Spiel, das seine Profis da am Vortag auf den Platz gebracht hatten? Anderntags regnete es in Strömen, jedenfalls in jenen zwanzig Minuten, die Jos Luhukay benötigte, um seiner Mannschaft seine Sicht auf die Dinge mitzuteilen. Die Niederlage gegen Mainz hat Hertha BSC schroff auf den Boden der Liga gebracht. Das Wort Krise fällt im Anhang.“
 
Paul Linke (Berliner Zeitung) fordert mehr Feinmotorik: „Der Trainer hatte sich für eine vernünftige, eher konservative Aufstellung entschlossen. Niemeyer und Jens Hegeler vor der Abwehr, Nico Schulz auf links, Skejbred auf der Zehn – in der Summe vier Spieler, die zu wenig Ideen hatten und selten etwas wagten. Einen Außenristpass in Bedrängnis etwa, wie ihn Kalou zeigte. Der Ball landete dann bei Änis Ben-Hatira, derAnnahme, Drehung, Schuss, so den Handelfmeter herausholte. Eine kunstvolle Szene war das, aber nur die Ausnahme am Tag der Handwerker.“

Keller hätte Kredit verdient
Ähnlich trübe Stimmung herrscht derzeit auf Schalke. Nach der Niederlage gegen Gladbach wird Trainer Jens Keller wieder einmal kritisiert. Lars Wallrodt (Welt Online) reagiert mit Unverständnis: „Der Versuch, mit Keller nun auf unprätentiöse Kompetenz zu setzen, fügte der Schalker Suche nach dem perfekten Coach einen neuen Akzent hinzu. Das Problem daran ist nur, dass die Klubführung es nie verstanden hat, Keller als unumstrittenen Chef dastehen zu lassen. Was nicht an Keller liegt. Er führte Schalke in seinem ersten Jahr auf Platz vier, die vergangene Saison schob sich der Klub sogar auf Rang drei vor. Objektiv gesehen gibt es also wenig zu bekritteln, und Keller hätte Kredit verdient. Doch Schalkes latenter Größenwahn wird wohl auch ihm bald den Garaus machen. Dann geht die Suche weiter. Wonach, wissen die Suchenden wohl selbst nicht.“


Peter Müller (derwesten.de) blickt voller Sorge in die Zukunft: „Keine Schalker Mannschaft, egal, wie sie zusammengestellt ist, darf in Gladbach so untergehen. Taktische Vorgaben wurden frei interpretiert, Geschwindigkeit schien ein Fremdwort zu sein, und Mutlosigkeit paarte sich fatal mit Wehrlosigkeit. In dieser Lage wäre es wünschenswert, wenn nun ein Champions-League-Heimspiel gegen Maribor anstünde. Aber Schalke muss am Mittwoch zu Chelsea. Kein beruhigender Gedanke.“

Wesentlich entspannter geht es dieser Tage in Dortmund zu. Nach dem Heimsieg gegen Freiburg und der perfekt inszenierten Rückkehr von Shinji Kagawa krallen sich die Borussen in der Spitzengruppe fest. Peter Penders (FAZ) verteilt ein Sonderlob: „Auf Kagawa war in den vergangenen zwei Wochen so viel wie nur denkbar eingeprasselt. Wenn er sich mit dem Schritt zurück ein wenig von der alten Zuneigung erhofft hatte, dann war es vielleicht sogar ein bisschen zu viel gewesen. Doch am Samstag erwiesen sich alle Befürchtungen als Makulatur. Kagawa fremdelte keine Sekunde, prägte sofort das Dortmunder Spiel, bereitete die Führung mit einem prächtigen Pass vor, schoss das 2:0 selbst.“

Auch Sebastian Winter (Spiegel Online) klopft einem Einzelnen auf die Schultern; allerdings gut 600 Kilometer weiter südlich in den Katakomben der Allianz-Arena: „Guardiolas beste Entscheidung an diesem zähen Nachmittag war die Einwechslung des auskurierten Franck Ribéry für Mario Götze Mitte der zweiten Halbzeit. Ribéry beschleunigte sofort das bis dahin gemächliche Tempo der Bayern, fünf Minuten vor Schluss traf er nach Vorarbeit von Lewandowski zum 2:0-Endstand. Schon als der Franzose nach der Pause zum Aufwärmen in die Nordkurve lief, wurde er begeistert vom Publikum empfangen – wie ein Hoffnungsträger. Ribéry hat eine Gabe, die vielen anderen Bayern-Spielern an diesem Nachmittag fehlte: seine Schnelligkeit sofort mit viel Zug zum Tor einzusetzen.“

 
 
 


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