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Marco Reus fällt mit seiner Verletzung am Sprunggelenk länger aus, bei Borussia Dortmund sind sie fassungslos. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

 Marco Reus
Häufig Opfer: Marco Reus, hier im Champions-League-Spiel der vergangenen Saison gegen Real Madrid. Foto: Pixathlon

 


Die Hinrunde ist für Dortmunds Nationalspieler Marco Reus beendet. Nach einem harten Tackling des Paderborners Marvin Bakalorz wird der Dortmunder Offensiv-Star mit einem Außenbandriss im Sprunggelenk vom Platz getragen. Roland Zorn (FAZ) appelliert an die Grobmotoriker der Liga: „Der Augenblick, der das bis dahin von der Borussia noch leidlich kontrollierte Spiel zur Nebensache machte, war ein Moment, der eigentlich alle Gegenspieler, die es mit einem Wirbelwind à la Reus zu tun bekommen, zum Innehalten bringen sollte. Zu offenkundig wurde dabei, wie rücksichtslos dabei spielerisch weniger begabte Naturen den Künstlern ihres Genres bei Gelegenheit zusetzen.“

Martin Volkmar (sport1.de) fordert härtere Strafen: „Eine  Rote Karte wäre bei solchen Attacken speziell gegen Schlüsselspieler zwingend geboten, um ein abschreckendes Exempel zu statuieren. Denn dann würde sich jeder Gegenspieler gut überlegen, ob er mit einer unnötigen Attacke einen Platzverweis riskiert.“

Frank Lamers (derwesten.de) hat einen Vorschlag: „Was spricht zum Beispiel gegen die Einführung eines Videobeweises nur für die Fälle brutalen Einsteigens? Die Bilder sind vorhanden, ein bewertender Extra-Schiedsrichter ließe sich finden. Spontan würde das für mehr Gerechtigkeit beim Kartenverteilen sorgen. Langfristig würde es das Verhalten in Zweikämpfen modifizieren. Sogar irgendwie zum Wohle des puren Spiels – weil zum Wohle eines Typen wie Reus.“
 
Michael Horeni (FAZ) rät dem verletzten Dortmunder zu einem Wechsel in sicherere Gefilde: „Die Chance, besser und länger in einer Branche zu funktionieren, die in bisher nicht gekanntem Maß Raubbau mit der Gesundheit von Spielern treibt, dürfte in München jedenfalls größer als in Dortmund sein. Auch wenn die Bayern eine ähnlich erschreckende Verletztenliste aufweisen, in diesen Tagen kamen die Langzeitausfälle Lahm und Alaba hinzu, reduzieren die schonendere Spielweise und die größeren finanziellen Möglichkeiten zumindest die Gefahren der alltäglichen Abnutzung. Das ist nicht wenig.“
 
Thomas Klein (dw.de) schlägt nicht nur wegen des erneuten Ausfalls des Dortmunder Stürmers die Hände vors Gesicht: „Die Mannschaft schafft es im Moment nicht die nötige Konstanz in ihr Spiel zu bekommen. Dass sie es besser können, haben die Dortmunder mehrfach in der Champions League unter Beweis gestellt – umso schwieriger ist es, eine passende Erklärung für die zwei BVB-Gesichter zu finden. Auch für Klopp, der zunehmend ratlos wirkt. Eine Lösung der Probleme scheint in weiter Ferne. Der BVB wirkt mit der aktuellen Situation schlichtweg überfordert! Der Trainer muss seine Mannschaft schnellstmöglich wachrütteln, sonst droht den Dortmundern eine ganz bittere Saison.“

Auch in Bremen wollen die dunklen Wolken nicht abziehen. Selbst gegen erschreckend schwache Hamburger ziehen die Mannen von Trainer Viktor Skribnik am Ende den Kürzeren. Ralf Lorenzen (taz) erzürnt sich über literweise Angstschweiß: „Während der HSV durch den Sieg im Prestige-Duell wichtiges Selbstbewusstsein für die nächsten Spiele tanken konnte, bedeutet die Niederlage für Werder einen kräftigen Rückschlag. Angeblich mit breiter Brust angereist, agierten sie viel zu ängstlich, um sich einen Punkt zu verdienen. Dass sie trotz Angsthasenfußballs zwei Tore gegen den schwächsten Angriff der Liga kassierten, wird die Diskussion um die Bremer Abwehrschwäche neu befeuern.“

Ganz oben zieht der FC Bayern weiter unbeirrt seine Bahnen. Thomas Hummel (SZ) verabschiedet den Rest der Liga: „Die Liga hat sich damit abgefunden, dass Platz eins vergeben ist. Nie wurde das so deutlich wie an diesem zwölften Spieltag: Die Mannschaften auf Platz zwei, drei, vier und fünf haben allesamt verloren. Der FC Bayern ist der Bundesliga dramatisch weit entwachsen. Man interessiert sich nicht einmal mehr für sie.“
 
Eintracht Frankfurt sorgt für eine der größten Überraschungen des Spieltags. Gegen schwächelnde Gladbacher finden die Hessen wieder in die Erfolgsspur zurück. Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein (FR) sind begeistert: „Es dauerte nicht lange, bis sich die Gäste aus dem Klammergriff befreiten und ihrerseits das Heft des Handelns in die Hand nahmen. Wie die Eintracht sich befreite, das war das Besondere an diesem wundersamen Nachmittag. Denn die Hessen suchten ihr Heil nicht nur in der Offensive, nein, sie kehrten zurück zu ihren Wurzeln, zu den Tugenden, die sie einst stark gemacht hatten: Sie spielten wieder Fußball, sie ließen den Ball laufen, spielten direkt, schnell, rasant, aber auch mal quer oder zurück, sie kombinierten und zelebrierten Fußball, es war eine Augenweide oder aber auch zum Augenreiben, wenn man die teilweise desaströsen Auftritte in den zurückliegenden Wochen als Maßstab nimmt.“
 

 
 
 


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