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Der HSV zwischen Wolfsburg und Paderborn
Die Heimniederlage gegen Wolfsburg bringt den des Hamburger SV dem Abstieg ein Stück näher. Weil auch Nürnberg verliert, macht sich der HSV über den möglichen Gegner in der Relegation, den SC Paderborn, Gedanken. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

Mirko Slomka
Sah die nächste Niederlage seiner Mannschaft: HSV-Trainer Mirko Slomka. Foto: Pixathlon

 

Der Hamburger SV kassiert gegen den VfL Wolfsburg die 18. Saisonniederlage. Timo Prüfig (Spiegel Online) schlägt die Hände vors Gesicht: „Michael Born schaute sich die Partie im Stadion an. Was er zu sehen bekam, wird dem Manager des SC Paderborn 07 gefallen haben: Keine Aggressivität, kein Aufbäumen, keine Ideen, keine Torgefahr – der Hamburger SV zeigte sich in einer desolaten Verfassung. Sollte es in den Relegationsspielen am 15. und 18. Mai tatsächlich zum Duell zwischen dem Bundesliga-16. HSV und dem Zweitliga-Dritten Paderborn kommen, kann sich Borns Team berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machen.“

Frank Heike (Tagesspiegel) winkt ebenfalls frustriert ab: „Dem HSV blieb an einem trüben Samstag im eigenen Stadion nur der bange Blick nach Nürnberg und Stuttgart und die Hoffnung, dass keiner von beiden Konkurrenten gegen den Abstieg in den Spielen am Ostersonntag punktet. Doch so, wie sich die Mannschaft und die frustrierten Fans, die ihre Mannschaft schon zur Pause mit einem Pfeifkonzert in die Kabine schickten, präsentierten, ist der Glaube an Mirko Slomka als Retter verloren gegangen.“

Nach Ansicht von Carsten Eberts (SZ) leidet der eine oder andere prominenten Hamburger seit Wochen unter leichten Wahrnehmungsstörungen: „Dort ist mittlerweile ein Kreislauf zu beobachten, der tatsächlich mit dem ersten Abstieg der Klubgeschichte enden könnte. Der Kreislauf geht so: Unter der Woche redet Trainer Mirko Slomka seine Mannschaft in der Öffentlichkeit stark, beschwört so lange ihre guten Eigenschaften, bis die ganze Stadt glaubt, dass diese Mannschaft doch nie und nimmer ein Abstiegskandidat ist. Am besten melden sich auch noch Uwe Seeler und Rafael van der Vaart zu Wort – und fertig ist das neue Euphoriewellchen. Am Wochenende liefert die Mannschaft dann eine Leistung ab, die ihr in negativer Hinsicht niemand in der Stadt mehr zugetraut hätte. So war es beim 1:2 in Hannover, so war es auch bei der 1:3-Heimpleite am Samstag gegen Wolfsburg.“

Patrick Krull (Welt Online) findet deutliche Worte: „Es war und ist Abstiegskampf im Schongang, was vielleicht das erstaunlichste am Niedergang des Klubs ist. Die Mannschaft erweckt den Eindruck, als halte sie sich für unverwundbar, obwohl die Gegner sie längst wund geschossen haben. Wir waren immer in der Bundesliga und werden es auch bleiben, irgendwie. Wird schon. Das scheint die Maxime zu sein. Wer so handelt – und das tut der HSV – hat es nicht verdient, der Elite der deutschen Klubs weiter angehören zu dürfen. Es ist kein Geburtsrecht, in der Liga bleiben zu können, sondern das Recht der Stärkeren. Und zu denen zählt der HSV nun mal nicht mehr.“

Florian Neuhauss (ndr.de) blickt der Wahrheit ins Gesicht: „Die Pleite gegen den VfL Wolfsburg war nicht einfach ein weiteres verlorenes Spiel in der Fußball-Bundesliga, ohnehin schon das 18. in dieser Saison. Nach der achten Niederlage im eigenen Stadion, womit die Hanseaten einen traurigen Vereinsrekord aufstellten, machte sich im weiten Rund allerorts Resignation breit: Viele Fans weinten auf den Tribünen, einige schwenkten bereits weiße Taschentücher – und den Spielern fehlten die Worte. Die Hoffnung schwindet – und plötzlich ist die Relegation nicht mehr das Horrorszenario, sondern fast schon der letzte Strohhalm.“

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