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Paderborn weckt den HSV aus allen Träumen 
Der Aufsteiger aus Ostwestfalen schafft seinen ersten Bundesligasieg – dass dies beim HSV passiert, erinnert die Hamburger an die längst verdrängte Vorsaison. Außerdem: Shinji Kagawa zurück nach Dortmund und Xabi Alonsos Einstand beim FC Bayern. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

Valon Behrami (Hamburger SV) - Stefan Kutschke (SC Paderborn)Kein Mittel gefunden: Valon Behrami (Hamburger SV) gegen Stefan Kutschke vom SC Paderborn. Foto: Pixathlon

 


Nach der peinlichen 0:3-Niederlage gegen Aufsteiger Paderborn suchen die Reporter nach den Gründen. Patrick Krull (Welt Online) setzt Trainer Mirko Slomka unter Druck: „Aufarbeitung statt Aufbruch, nach gerade mal 180 Minuten Bundesliga. Das schafft wohl nur der HSV. Für den Moment ist nicht alles besser, sondern alles gleich geblieben, und das ist vernichtend. Keine Frage, Slomka muss liefern, erstmals nach der Länderspielpause bei seinem ehemaligen Klub in Hannover. Schafft er das nicht, wird der Ton in der Diskussion um den Trainer schärfer werden. Für einen um Ruhe bemühten Klub sind das keine guten Voraussetzungen.“


Frank Heike (FAZ) bringt es auf den Punkt: „Die Saison ist neu und frisch, aber der HSV wirkt schon wieder müde und abgekämpft. Die peinliche Niederlage gegen Aufsteiger SC Paderborn am zweiten Spieltag erinnerte stark an die Fülle schwacher Heimpartien der vergangenen Saison. Während das Team von Trainer Mirko Slomka nun saisonübergreifend seit neun Spielen auf einen Sieg wartet, durften sich die Paderborner  über den ersten Erfolg in der Bundesliga freuen.“

Carsten Eberts (SZ) blickt in enttäuschte Gesichter: „In 80 Minuten war die ganze Euphorie eines Sommers verflogen. Die Hamburger Fans verließen die Arena, an den Aufgängen bildeten sich Schlangen, rund um das Stadion kleine Staus. Drei Monate hatten die Anhänger des Hamburger SV Zeit gehabt, sich eine bessere Zukunft auszumalen – was sie auch nach Kräften taten. Und dann kam der SC Paderborn.“

In Dortmund freut man sich nicht nur über die ersten drei Punkte sondern vor allem über die Rückkehr von Shinji Kagawa. Freddie Röckenhaus (SZ) wagt einen Blick in die Kristallkugel: „Kagawa ist nach Nuri Sahin bereits der zweite Profi, den der BVB nach einem von Problemen beladenen Auslands-Abenteuer zurückholt. In Dortmund wird bereits geraunt, dass Mario Götze der nächste sein könnte, der sein Experiment in fremder Umgebung abbricht und in das vergleichsweise sanfte Biotop um Jürgen Klopp zurückkehrt. Ähnlich wie Kagawa und Sahin (Real Madrid, FC Liverpool) tut sich auch Götze auswärts offenbar schwerer als vorher in Dortmund.“


Simon Pausch (Welt Online) begegnet euphorisierten BVB-Fans: „Niemand weiß, wie lange Kagawa benötigen wird, seinen Rhythmus wieder zu finden, ja nicht einmal, ob er es überhaupt schafft. Ob das offensive Mittelfeld mit ihm, Marco Reus, Henrikh Mkhitaryan nun nicht endgültig überbesetzt ist. Ob er wie Nuri Sahin, der vor anderthalb Jahren ebenfalls eine gefeierte Rückkehr erlebte, immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wird. Ob der Kader der Bayern nicht ohnehin so stark ist, dass in der Meisterschaft kein Kraut gegen sie gewachsen ist. Ob er nicht der Ersatz für Reus ist, der 2015 nach München oder Madrid wechselt. Doch darum geht es auch nicht, zumindest nicht in diesen Tagen. Für die Fans ist der Japaner vor allen anderen Dingen ein emotionaler Anker.“

In München feiert man Neuzugang Xabi Alonso. Auch Daniel Theweleit (Spiegel Online) stimmt in die Lobgesänge mit ein: „Sein Einstand nach nur einer Trainingseinheit war ein ziemlich guter Start. Alonso war sofort präsent, er kommunizierte viel mit den Kollegen, dirigierte, sortierte und trat auf wie eine natürliche Führungsspielernatur. Diese positiven Eindrücke wurden auch von seinen Daten untermauert. Mit einer Passgenauigkeit von 90 Prozent erfüllte er die Anforderungen von Pep Guardiolas Ballzirkulationsfußball nahezu perfekt, nur Holger Badstuber, der im Gegensatz zu Alonso aber über die volle Distanz spielte, hatte mehr Ballkontakte.“

Marcus Bark (sportschau.de) hingegen steht der Münchner Einkaufspolitik eher kritisch gegenüber: „Die Bayern ließen Toni Kroos zu Real Madrid ziehen, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten war das verständlich. Nun aber, ohne dass sich personell im Mittelfeld etwas Gravierendes geändert hat, verpflichten sie den neun Jahre älteren Alonso. Das Signal an die jüngeren Spieler, auch die aus der zweiten Mannschaft und den U-Mannschaften, ist bedenklich. Wo soll da noch ein Schlupfloch sein, um es aus der Ausbildung in die Profimannschaft zu schaffen?

Vier Punkte in zwei Spielen: Für Paderborn und Köln hätte der Bundesligastart kaum besser laufen können. Klaus Hoeltzenbein (SZ) freut sich für die beiden Aufsteiger: „Die Kunst der Aufsteiger, sich wie Asterix unterschätzen zu lassen, um dann raffiniert zuzuschlagen, dokumentiert die Statistik: Die Tore erzielten die Kleinen, den Ballbesitz – Hamburg 66,9 zu 33,1 Prozent; Stuttgart 68,5 zu 31,5 – überließen sie generös den Großen. Die aber hätten gewarnt sein müssen: Paderborn reist bequem auf dem Ticket, nicht weniger als „der größte Außenseiter“ zu sein, den die Welt je sah. Und die sonst auf Dom-Höhe schwebenden Kölner verstehen sich im Moment bestens darauf, sich grau zu geben wie die Kirchenmaus. Köln und Paderborn wirken wie ein Kontrastmittel, das der Liga injiziert wurde. Beleuchtet wird, was im Argen liegt.“




 
 
 


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