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Wunder von der Pader 
Spitzenspiel gegen Paderborn: Der Aufsteiger ist als Tabellenführer die große Überraschung der Liga. Am morgigen Dienstag spielt die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter in München. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

Andre BreitenreiterTabellenführer mit dem SC Paderborn: Trainer André Breitenreiter. Foto: Pixathlon

 


Nach vier Spieltagen steht der Aufsteiger aus Paderborn auf dem ersten Tabellenplatz. Stefan Nestler (dw.de) ist begeistert: „Die Liliputaner proben den Aufstand. Und die Großen? Bei den Bayern läuft es alles andere als rund. Das Unentschieden der Münchener beim krisengeschüttelten Hamburger SV fühlt sich wie eine Niederlage an, weil der Bundesliga-Dinosaurier mit der großen Tradition nach seinen zuletzt gezeigten Leistungen zu den ganz Kleinen gezählt werden musste, Trainerwechsel hin oder her. Dortmund patzte in Mainz. Der miserabel in die Saison gestartete FC Schalke 04 ließ auch zu Hause gegen Eintracht Frankfurt Punkte liegen. Und Bayer Leverkusen kassierte beim VfL Wolfsburg die erste Saisonniederlage. Die Großen zeigen Nerven, die Bundesliga ist nicht mehr vorhersehbar. Herrlich, weiter so!“

Ausgerechnet der EX-Hannoveraner Moritz Stoppelkamp sorgt  in der Nachspielzeit mit einem Tor für die Geschichtsbücher für die endgültige Entscheidung. Matthias Schmid (SZ) macht dem Helden des Tages bereits die nächste Aufgabe schmackhaft: „Stoppelkamps Freundin Ina lebt in Hannover, er verbringt also noch viel Zeit in der Stadt, die ihm fußballerisch kein Glück gebracht hat. Jetzt fährt er aber zunächst nach München, wo er bis zum Sommer für 1860 kickte. Aus seiner Zeit dort kennt er die Vorzüge der Wiesn. Gelegenheit für einen Besuch auf dem Oktoberfest wird er diesmal vermutlich nicht haben. Wobei – bei Paderborn weiß man nie, vielleicht gewinnen sie auch noch bei den Bayern und gehen am nächsten Tag alle gemeinsam zum größten Volksfest der Welt. In Lederhosen, versteht sich.“
 
Auch Lars Gartenschläger (Welt Online) blickt erwartungsfroh in die Zukunft: „Normalerweise müsste das am Dienstag eine klare Angelegenheit für die Bayern werden. Wir müssen uns ja nur einmal die Etats anschauen – und schon ist das ungleiche Kräfteverhältnis zu erkennen. Die Bayern haben einen Etat von rund 160 Millionen Euro und stehen damit im Ranking aller Bundesligaklubs auf Platz eins, während der SC Paderborn ein Budget von 15 Millionen Euro hat und damit den letzten Rang belegt. Aber was sind die Zahlen schon gegen das, was auf dem Platz geschieht. Und da hat der SC Paderborn sehr viel Gutes dargeboten. Weshalb das Spiel in München Spannung verspricht.“

Natürlich herrscht derzeit nicht überall eine derart prächtige Stimmung wie in Paderborn. In Stuttgart beispielsweise brennt bereits nach vier Spieltagen der Baum. Marko Schumacher (Stuttgarter Zeitung) nimmt sich vor allem die Offensivabteilung der Schwaben zur Brust: „Man fragt sich derzeit nicht, wie der VfB eigentlich ein Spiel gewinnen will, nein, viel schlimmer: man fragt sich, wie diese wild zusammengestellte Mannschaft ein Tor schießen könnte. Es gibt in Daniel Didavi, Moritz Leitner und Alexandru Maxim gleich drei technisch versierte Spielmachertypen; gute und schnelle Außenspieler jedoch, die die gegnerischen Abwehrreihen einmal durchbrechen könnten, sucht man vergeblich. Geradezu mitleiderregend war der Auftritt des eingewechselten Konstantin Rausch, der alle drei Flanken von links im Stile eines Kreisligakickers hinters Tor drosch.“

Auch auf Schalke hat man sich den Saisonstart anders vorgestellt. Ralf Birkhan (derwesten.de) schlägt die Hände vors Gesicht: „Der FC Schalke 04 wirkt, als habe jemand den Verein in ein Ölbad getaucht. Alle Handlungen auf und neben dem Platz wirken seltsam gebremst. Ein Fußball-Bundesligist, der in einem Albtraum lebt. Im Albtraum rennt man vor einem Verfolger davon, kommt aber nicht vorwärts. Auf Schalke übertragen heißt das: Seit Wochen geloben Verantwortliche und Spieler nach jeder enttäuschenden Vorstellung Besserung. Nur: Ändern tut sich danach nichts.“


Thomas Strunz (sport1.de) zeigt mit dem Finger auf Rotsünder Julian Draxler: „Die Schalker Probleme kommen nicht von ungefähr. Es hat was von Patchwork: Mal spielt der eine, mal der andere. Es steckt kein Konzept dahinter. Die Rote Karte für Julian Draxler gegen Frankfurt ist zudem bezeichnend. Er ist zwar nicht gefoult worden, aber er tritt dann nach. Deswegen geht die Rote Karte in Ordnung. Der Eindruck bei Jullian Draxler ist der: Er will sein Spiel verändern. Sein Spiel ist nicht mehr so leicht, er wirkt für mich verkrampft. Er grätscht viel, arbeitet viel. Aber das ist nicht mehr das Spiel des Julian Draxler. Er wirkt sehr unzufrieden.“
Es fehlt an Stringenz und Fluss

In Berlin ist die Stimmung nicht viel besser. Stefan Hermanns (Tagesspiegel) ist ratlos: „Trainer Luhukay hat den Fokus bisher auf die Defensivschwächen seines Teams gelegt, was bei elf Gegentoren in vier Spielen auf der Hand liegt. Offensiv aber sieht es nicht viel besser aus. Wie schon in der Woche zuvor gegen Mainz brachten die Berliner kein durchdachtes Offensivspiel zustande. Es fehlte an Stringenz und Fluss. Hertha BSC schloss keinen einzigen Angriff mit einem Torschuss ab; Gefahr resultierte allein aus Ronnys Fernschüssen. Vor allem aus dem Mittelfeld entsteht bei Hertha derzeit nichts. In der ersten Hälfte habe sein Team das Spiel wenigstens noch einigermaßen unter Kontrolle gehabt, sagte Luhukay, in der zweiten ging auch die dann komplett verloren.“

 
 


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