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Schalker malen sich ihre Welt rosarot 
Der Sieg im Revierderby geht an die Mannschaft von Jens Keller. Die unterlegenen Dortmunder kündigen an, schnell wieder zurück zu kommen. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

Jens Keller und Jürgen KloppKollegiale Begrüßung vor dem Derby der Emotionen: Jens Keller und Jürgen Klopp. Foto: Pixathlon

 


Der sechse Spieltag der Bundesliga steht ganz im Zeichen des Revierderbys zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund. Nach 90 Minuten gehen die Gelsenkirchener als Sieger vom Platz. David Herten (n-tv) holt die jubelnden Königsblauen jedoch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück: „Dass man sich auf Schalke schon darüber freut, elementare Bestandteile des Fußballs wie Kampf- und Laufbereitschaft zu bieten, sollte bei manchem Fan ein Stirnrunzeln erzeugen. Die sogenannten Kreativ-Spieler Max Meyer, Kevin-Prince Boateng oder Sidney Sam übertreffen sich regelmäßig gegenseitig in Ideenlosigkeit beim Spielaufbau. Bezeichnend, dass Schalke im Derby die beiden Treffer von den Gästen quasi geschenkt bekam. Doch die Schalker malen sich eine rosarote Welt, obwohl die „Königsblauen“ nur einen Punkt mehr geholt haben als Dortmund.“

Daniel Theweleit (Spiegel Online) kommt beim selbst gesteckten Saisonziel der Dortmunder mittlerweile ins Grübeln: „Ein Vorsatz fürs neue Spieljahr lautete, die Bayern nicht erneut solch einen gigantischen Punktevorsprung herausspielen zu lassen. Nun hat der ebenfalls von WM-Folgen und Verletzungspech gebeutelte Rekordmeister nach sechs Spieltagen bereits sieben Zähler mehr als der BVB. Und die Dortmunder haben nicht mal das Glück, die Realität im Derbyrausch ein wenig hübscher erscheinen zu lassen, als sie wirklich ist.“

Die Donnerhalle war im Derby-Modus

Manfred Hendriock (derwesten.de) steht mit offenem Mund vor der Schalker Fankurve: „Die Zuschauer hatten Schalke richtig geholfen – die Donnerhalle war im Derby-Modus. So eine intensive Symbiose zwischen Mannschaft und Fans hat man lange nicht erlebt. Und so erzwangen die Königsblauen einen Sieg, an dem alle Schalker ihren Anteil hatten.“

Oliver Fritsch (Zeit Online) sendet beruhigende News an die Isar: „Doch hier sollte es ja um mehr gehen als um die regionale Hierarchie. Hier traf die dritte auf die zweite Kraft im deutschen Fußball, beide sollen die Bayern jagen. Der BVB steckt aber im Mittelfeld, bereits sieben Punkte hinter den Bayern. Schalke hat nur einen Punkt mehr. Doch nicht nur die Tabelle spricht dagegen, dass Schalke und Dortmund diesen Anspruch erfüllen können. Auch die Art, wie sie zurzeit spielen.“


Michael Horeni (FAZ) schlägt beim Anblick der BVB-Verletztenliste die Hände vors Gesicht: „Borussia Dortmund befindet sich in einem Als-ob-Modus. Einem psychologischen Zustand, in dem die Realität gewissermaßen aufgehoben wird. Man weiß eigentlich, was diese Mannschaft leisten kann und leistet, wenn sie vollständig ist. Vorstand, Trainer, Medien und Fans sehen und urteilen daher in diesen Tagen nicht über „die“ Borussia, sondern über ein Abbild, eine Als-ob-Borussia. Die Enttäuschungen werden, trotz dilettantischer Abwehrfehler, nicht mehr ganz so stark empfunden. Und niemand im Klub lässt sich für die vielen Verletzten verantwortlich machen. Schwächephasen sind Schicksal.“

Ralf Birkhan (derwesten.de) lobt das Dortmunder Umfeld: „Der Trainer steht beim BVB und im Umfeld des Vereins außerhalb jeder Diskussion. Das liegt nicht etwa daran, dass sich die Menschen in Dortmund dem Fußball grundsätzlich anders nähern als die Menschen in Gelsenkirchen. Es ist einfach eine Folge der jüngeren Bundesliga-Geschichte. Schließlich sind darin die Begriffe Borussia Dortmund und Jürgen Klopp untrennbar mit großem Erfolg, mitreißenden Spielen und Titeln verbunden.“

Oliver Müller (Welt Online) nimmt sich die Dortmunder Defensive zur Brust: „Die defensive Statik, zwingende Voraussetzung für die auf Pressing und Gegenpressing ausgerichtete Spielweise, stimmt bereits die ganze Saison nicht. Großzügiger als die Dortmunder es wiederholt getan haben, kann ein Gegner kaum zu Toren eingeladen werden. Die Gedankenlosigkeit, die den Schalker Toren vorausgegangen war, ist anders als die spielerischen Defizite nur bedingt mit der angespannten Personalsituation zu erklären. Dortmunds Defensive war am Samstag in Bestbesetzung aufgelaufen. Die Innenverteidiger Mats Hummels und Neven Subotic mögen nach ihren langen Verletzungspausen zwar noch nicht in Bestform sein, müssten allerdings über genügend Routine verfügen, um bei Standardsituationen für eine klare Zuordnung zu sorgen.“



 
 


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