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Schalke 04 bleibt ein Rätsel  
In Gelsenkirchen war die Stimmung zuletzt schlecht. Jetzt hat sie durch die Heimniederlage gegen Leverkusen einen weiteren Dämpfer erhalten. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

 

Andre Breitenreiter
Läuft nicht mehr bei Schalke: Trainer Andre Breitenreiter und Max Meyer. Foto Pixathlon

 

Die Krisenstimmung beim FC Schalke 04 hat sich nach der unnötigen Heimniederlage gegen Bayer 04 Leverkusen noch einmal verstärkt. Daniel Theweleit (Spiegel Online) moniert: „Wäre Schalke 04 ein stabiler Klub, in dem man mit Zuversicht auf die Zukunft schaut, hätten die Verantwortlichen konstatieren können, dass ein Konkurrent wie Leverkusen eben einen Schritt weiter ist. Dass das Minimalziel Europa-League-Teilnahme aber so gut wie erreicht ist, und dass die Perspektiven angesichts der vielen Talente und des großen Potenzials im Kader gut sind. Die Schalker wollten ja mit viel Geduld ein zukunftsfähiges Team aufbauen und dieser Nachmittag kann jenseits des Ergebnisses als wertvoller fußballerischer Fortschritt betrachtet werden. Doch solche Überlegungen finden in der schlechten Gesamtstimmung nur wenig Raum.“

Christian Eichler (FAZ) schlägt nach dem Leverkusener Siegtreffer die Hände vors Gesicht: „Das kleine Einmaleins des Fußballs, das Schalke überfordert hat, geht so: elf Spieler minus Torwart minus neun vorne = eins. Ein Abwehrspieler also gegen vier Leverkusener Angreifer, die nun plötzlich vorstürmten. Da half es auch nichts, dass zwei zurückeilende Schalker noch halbwegs mitkamen. Binnen drei Sekunden war aus der Offensivaktion Eckball eine hoffnungslose Defensivsituation entstanden. Zwölf weitere Sekunden später lag der Ball im Schalker Tor – und der Gedanke auf der Hand, dass dieser Klub, der von der Champions League träumt, besser erst mal Nachhilfe in der Kreisklasse sucht. Dort kennt man die wichtigsten Rechenregeln der defensiven Absicherung besser.“

Oliver Müller (Welt) legt den Finger in die Wunde: „Sollte irgendein Trainer seiner Mannschaft komprimiert vorführen wollen, was die gröbsten Fehler im Abwehrverhalten sind – er könnte einfach nur dieses 393 Sekunden dieses Spiels zeigen, sein Videoanalyst müsste nicht einmal schneiden.“

Manfred Hendriock (derwesten.de) wünscht sich einen halbwegs ruhigen Saisonausklang: „Man sollte Breitenreiter wenigstens noch die drei Spiele bis Saisonende lassen, denn es gibt keinen Grund, panisch zu reagieren. Erstens spielt die Mannschaft nicht bewusst gegen den Trainer – dafür gibt es keine Anzeichen. Zweitens sollte der siebte Platz und damit die Qualifikationsrunde zur Euro League auch so zu halten sein – der Sprung auf Platz vier ist ohnehin unrealistisch und aus eigener Kraft nicht mehr zu schaffen. Und drittens ist es schon unwürdig genug, wenn schon vor dem Spiel gegen Leverkusen für den Fall einer Niederlage ein Notplan mit Mike Büskens herumgeistert. Büskens selbst ist dazu übrigens nicht einmal befragt worden.“

Philipp Selldorf (SZ) nimmt sich das Gesamtpaket zur Brust: „Von den Fußballprofis bis zum umstrittenen Vereinsoberhaupt Clemens Tönnies und von den Kurvenfans bis zu den Haupttribünenbesuchern – jeder trägt auf seine Weise dazu bei, dass dieser Verein das Bild einer krisenhaften, schnell erschütterbaren Konstruktion abgibt.“



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