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presseschau
Ein Topspiel, das keines war  
Die neue Saison beginnt, wie die alte endete: Der FC Bayern dominiert, der SV Werder Bremen muss es im Eröffnungsspiel der neuen Spielzeit in München ausbaden. Die Pressestimmen – gesammelt von indirekter-freistoss.de

 

 

Carlo Ancelotti
Schön, dass ihr da wart: Carlo Ancelotti bedankt sich beim Bremer Luca Caldirola. Foto Pixathlon

 

Im Eröffnungsspiel der neuen Bundesliga-Saison kommen verängstigte Bremer derbe unter die Räder. Oliver Fritsch (Zeit Online) traut seinen Augen nicht: „Was die Bremer zeigten, wie sie spielten, wie sie schossen, kann die Liga nicht im Sinn haben, wenn sie von Markenbildung und Internationalisierung spricht. Sie waren nicht die ersten, die in München kapitulierten, aber so devot, wie sie die Hände hoben, tat es vor ihnen vielleicht noch niemand, nicht mal sie selbst. Sollte wer froh gewesen sein, dass endlich Fußball läuft und Olympia vorbei ist, musste schon in der ersten Halbzeit gestehen: Da war der Vorlauf im Wildwasserkajak tausend Mal aufregender.“

Fast schon peinlich

Peter Penders (FAZ) wundert sich über die Spielplan-Verantwortlichen: „Gleich zum Auftakt in München antreten zu müssen ist, vornehm ausgedrückt, etwas undankbar. Vor allem darf man allerdings rätseln, was sich die Deutsche Fußball-Liga mit dieser Ansetzung gedacht haben mag. Die Partie soll eine Werbung für die Bundesliga sein, das Vermarktungsgeschäft im Ausland ankurbeln und wurde deshalb in 210 Länder live übertragen. Dass es in Deutschland deshalb gleich mit dem Kracher zwischen Bayern und Dortmund losgeht, wird niemand erwarten – aber warum der übermächtige Titelverteidiger dann ausgerechnet gegen einen absoluten Außenseiter antritt, für den es nur um den Klassenverbleib gehen kann, müssten die Vermarktungsexperten bei Gelegenheit mal erklären. Nur der Großzügigkeit der Bayern im Umgang mit ihren Torchancen war es geschuldet, dass dieses vermeintliche Topspiel nicht gleich zu einer Peinlichkeit wurde.“

Klaus Hoeltzenbein (SZ) träumt von bellenden Hunden: „Der Auftakt hat bestätigt, woran es der Liga seit Jahren krankt: an Substanz und Schlagkraft der Traditionsklubs. Bremen schickt eine Phantom-Elf, Schalke verliert, der Hamburger SV lässt daheim ein Remis zu, Hannover und Stuttgart spielen jetzt in Liga zwei. Es sind viel zu wenig Hunde, die mal Beute wollen.“

Wie ein Tanker beim Wenden

Der FC Schalke 04 startet mit einer Auswärtsniederlage in die neue Saison. Christoph Ruf (Spiegel Online) bringt die Defensivbemühungen der Knappen kurz und bündig auf den Punkt: „Frankfurt hebelte die Defensive immer wieder durch gechippte Bälle hinter die Schalker Abwehrreihe aus – und die stellte sich dabei so geschickt an wie ein Tanker beim Wenden.“

In Frankfurt freut man sich über einen gelungenen Start. Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein (FR) applaudieren: „Nach der eher dürren, ja fast peinlichen Vorstellung in Magdeburg im Pokal waren die Erwartungen in Frankfurt runtergeschraubt worden, wenige hatten dem runderneuerten, scheinbar zusammengewürfelten Team mit Spielern aus 17 Nationen zugetraut, sich gegen einen der Top five der Liga derart gut aus der Affäre zu ziehen. Und es gab ja keinen Zweifel: Der Sieg mag knapp ausgefallen sein, und ganz zum Schluss musste ihn Torwart Lukas Hradecky mit einer außergewöhnlichen Parade gegen Klaas-Jan Huntelaar auch noch festhalten, er war aber hochverdient.“

Der Angriff der Borussia funktioniert schon blendend

Gladbach präsentiert sich bereits in beeindruckender Form. Bernd Schwickerath (Spiegel Online) zieht seinen Hut: „Die Saison ist noch jung, aber der Angriff der Borussia funktioniert bereits blendend. Ob über längere Ballstafetten von hinten heraus oder nach Ballgewinnen mit Tempo. Ob kurz, direkt und flach oder hoch und lang. Ob gegen den Regionalligisten SV Drochtersen/Assel im DFB-Pokal, international zweitklassige Schweizer in der Champions League oder ein Spitzenteam wie Bayer 04.“

Und was macht der BVB? Die ersten Eindrücke von Daniel Theweleit (Spiegel Online): „Es ist schon seltsam mit dieser Dortmunder Mannschaft, die eigentlich von Spielern wie Aubameyang und dem neuen Kapitän Marcel Schmelzer angeführt wird: Der Spieler, der den Charakter des Teams in diesen Wochen des Umbruchs am besten repräsentiert, ist Dembélé: jung, hoch veranlagt, gefährlich, schwer berechenbar, aber auch fehlerhaft und sehr, sehr unreif.“



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