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HAMBURGER SV
Und jetzt doch noch ein Kandidat
Noch ist er im Team von Jogi Löw: Urs Siegenthaler wird beim Hamburger SV als Nachfolger von Sportchef Dietmar Beiersdorfer ins Gespräch gebracht. Von Roger Repplinger


Urs Siegenthaler

Chefscout des DFB: Urs Siegenthaler ist beim HSV im Gespräch Foto Pixathlon


Ah. Ein Kandidat, ein Kandidat. Und wieder wissen es die Organe des Springer-Konzerns vor dem Aufsichtsrat des Hamburger SV. Urs Siegenthaler, so rufen es uns „Bild“ und „Abendblatt“ entgegen, soll nach der Weltmeisterschaft in Südafrika, also im Juli 2010, Nachfolger von Dietmar Beiersdorfer als Sportdirektor des HSV werden. Neben der Tatsache, dass es im vom Aufsichtsrat mit der Causa Sportdirektor betrauten Personalausschuss (Aufsichtsratsvorsitzender Horst Becker, Finanzchef Bernd Enge, Alexander Otto, Eckhart Westphalen), ein U-Boot geben muss, dass sich den Organen des Springer-Verlags stärker als der Raute verpflichtet fühlt, ist an dieser Personalie etwas Weiteres interessant.

Das Team um Joachim Löw, noch Bundestrainer der Deutschen Fußballmannschaft, löst sich auf. Spätestens nach der WM hören Löw, Oliver Bierhoff, Hansi Flick und die anderen auf. Die Indiskretionen, vertrauliche Informationen aus Gesprächen zwischen Löw, Manager Bierhoff und dem DFB-Präsidium wurden „Bild“ gesteckt, und das Ultimatum, das DFB-Chef Theo Zwanziger Trainer Löw gestellt hatte, waren offensichtlich zu viel. Denn Urs Siegenthaler ist, empfohlen von Joachim Löw, verpflichtet vom damaligen DFB-Teamchef Jürgen Klinsmann, Scout der Nationalmannschaft.

Er beobachtet die Gegner, fliegt durch die Welt, auf der Suche nach taktischen Entwicklungen. Die Organe des Springer-Konzerns, die nur gelten lassen, wer nach dem Kabinenschweiß der Bundesliga stinkt und mit ihnen kungelt, betrachteten die Verpflichtung des Schweizers Siegenthaler, 62, Spieler des FC Basel und der Young Boys Bern, Trainer des FC Basel, Trainerausbilder des Schweizerischen Fußballverbands, von Hause aus Ingenieur, skeptisch.

Der HSV-Aufsichtsrat wollte ja seinen Personalausschuss auflösen. Gute Idee. Ob es Siegenthaler wird ist ungewiss, denn der HSV-Aufsichtsrat hat schon einmal einem Kandidaten, weil er der einzige war, die Zustimmung verweigert. Aber vielleicht hat sich inzwischen, die Sportdirektor-Fahndung läuft seit Juni 2009, die Erkenntnis durchgesetzt, dass es auch außerhalb des HSV-Aufsichtsrats viele Pfeifen und nur wenig Kompetenz gibt.


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