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„Wie ein schlechter Film“
Es ist schwer zu begreifen: Der FC Bayern verliert gegen Chelsea im Elfmeterschießen – nachdem die Münchner 120 Minuten die bessere Mannschaft gewesen waren. Die ersten Stimmen zum Finale der Champions League. Von Heik Kölsch

 Bastian SchweinsteigerElfmeter verschossen: Bastian Schweinsteiger kann nicht mjehr hinsehen
Foto Pixathlon

 

Unmittelbar nach der Partie  konstatierte ein sichtlich niedergeschlagener Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger: „Ich glaube, jeder hat gesehen, dass wir den Sieg verdient hätten. So wie das Spiel lief, ist es ein absoluter Albtraum. Die Enttäuschung sitzt sehr tief. Es ist wie ein schlechter Film, den wir heute erlebt haben. Wir haben das spiel dominiert, uns Chancen erarbeitet. Es ist schwer, das in Wort zu fassen.“

Heynckes bleibt sachlich

Auch der Cheftrainer der Roten gab nach dem Thriller eine erste kurze Analyse, von den Kritiker wird er sich in den kommenden Tagen wohl einiges anhören müssen, unter anderem, warum Arjen Robben erneut zum Elfmeter Anlaufen durfte. „Wir haben zu viele Chancen liegen lassen, wir haben es nicht verstanden die vielen Chancen zu nutzen", analysierte er knapp. „Wer so spät in Führung geht, der muss das nach Hause bringen.“

Einwechslungen unglücklich

Dabei hatte Heynckes genau das beachtet, wofür er in der laufenden Saison zu Recht kritisert wurde. Ivica Olic und Daniel van Buyten kamen relativ früh in die Partie, van Buyten machte seine Aufgabe gut, konnte das Gegentor aber nicht verhindern und schlief bei der Riesen-Möglichkeit zum Siegtreffer, Olic war zwar sehr aktiv und setzte Akzente, verschoss allerdings den ersten Elfmeter der Bayern beim Elfmeterschießen und leitete damit die Niederlage ein.

Neuer schießt Elfmeter

„Im Elferschießen ist immer die Möglichkeit, dass man als zweiter Sieger vom Platz geht. Wir haben den Elfer vorher nicht gemacht und wenn wir die Chancen nicht nutzen, wird es nach hinten eng", kritisierte Heynckes und erklärte, warum am Ende Bayern-Keeper Neuer vom 11-Meter-Punkt antrat. „Meine Spieler waren ausgepumpt oder unsicher und haben dann nicht geschossen. Robben sagte, dass er nicht schießen wollte."

Defensiv-Taktik bringt den Erfolg

Die Blues haben sich ihren Traum damit endlich erfüllt, mit ihrer Mauertaktik setzten sie sich gegen den Toptfavoriten Barcelona und den Heimfinalisten Bayern durch. „Chelsea hat auch gegen Barca nicht schön gespielt. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, das Tempo hoch gehalten, aber wenn du gegen eine so defensive Mannschaft spielst, musst du die Chancen machen. Sonst gewinnst du nicht“, wusste auch Heynckes, wusste aber dennoch keine Mittel gegen die Chelsea-Abwehr, der sogar ihr Leader John Terry fehlte. „Es ist schade, dass wir für unser Spiel nicht belohnt wurden, wir waren klar besser, hätten den Sieg verdient gehabt, aber das nützt nichts. Wir sind nur Vize.“

„Die Spieler sind deprimiert und bitter enttäuscht und man muss sehen, wie schnell man das aus den Köpfen bekommt. Man muss halt irgendwann wieder zur Normalität übergehen", schlussfolgerte Heynckes.

Zudem empfahl er Roman Abramovich, Roberto Di Matteo vom Interims- zum Chefcoach zu befördern. Auf der offiziellen Pressekonferenz betonte er, dass er dem Italiener „als Klub-Eigner einen Drei-Jahres-Vertrag" geben würde.


 

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