KLEINKLEIN
Fußball-Machos auf dem Abstellgleis
Ipswichs Manager Paul Jewell macht seinem Ärger über eine Linienrichterin Luft, Sevillas Präsident Jose Maria Del Nido hat Glück, nicht sofort in den Knast zu müssen und Barças Profis sind verletzlich. Von Henning Klefisch

Der zweitwichtigste Mensch nach dem Papst: Erzbischof Carlos Amigo und José Maria del Nido präsentieren 2007 den spanischen Supercup. Foto Pixathlon
Sevillas Präsident Del Nido: Erstmal nicht in den Knast
Wenn man José Maria Del Nido sehr selbstbewusst nennt, kommt man der Wahrheit nur bedingt näher. Der Präsident des FC Sevilla erklärte sich vor einigen Jahren zur „zweitwichtigsten Person der Erde nach dem Papst“. Seit 2002 ist der Rechtsanwalt im Amt, zwei UEFA-Cup-Siege 2006 und 2007, sowie ein Erfolg im europäischen Supercup 2006 machten ihn bei den Sevilla-Fans unsterblich.
Den Richtern des Landgerichts Málaga war das alles egal: Sie verurteilten Del Nido wegen Betruges und Korruption zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis, weil der Angeklagte durch fingierte Rechnungen an den Badeort Marbella 6,7 Millionen Euro ergaunert hat. Die Staatsanwaltschaft hatte gar 30 Jahre Haft gefordert. Immerhin drückten die Richter jetzt bei der Frage, ob Del Nido sofort in den Knast muss, ein Auge zu. Er ist ab sofort verpflichtet, sich vor Auslandsreisen abzumelden. Auf Dienstfahrt mit dem FC Sevilla muss Del Nido allerdings vorerst nicht gehen. Der Klub des Ex-Hamburgers Piotr Trochowski ist gegen Hannover 96 aus der Europa League ausgeschieden ist.
Frau an der Linie, Macho bald gesperrt?
So einfach ist das in der englischen zweiten Liga. „Unglücklichwerweise konnte jeder männliche Beobachter sehen, dass es ein Elfmeter war. Aber nicht eine Frau. Zwar hatte der Schiedsrichter keine gute Sicht auf das Geschehehen, aber die Linienrichterin konnte alles großartig sehen. Es war ein glasklarer Elfmeter und ein Platzverweis." Ipswich-Trainer Paul Jewell hatte nach der 1:2-Niederlage in Birmingham Schiedsrichter-Assistentin Amy Fearn als Hauptschuldige ausgemacht.
Fearn ist einiges gewohnt, sie war die erste Frau, die in England ein Zweitligaspiel pfeifen durfte. Aber dass Jewell ihr von Geburt an Tomaten auf den Augen verordnete, war des Blöden zuviel. Der Macho versteht die Aufregung nicht, derlei dürfe in der emotionalen Phase nach dem Schlusspfiff doch mal gesagt werden.. Er erklärte etwas gestelzt: „Ich widerspreche absolut, dass meine Äußerungen in einer sexistischen Art und Weise getätigt wurden.“ Sein Klubpräsident sicherte ihm volle Rückendeckung zu, falls ihn der englische Verband (FA) bestrafen sollte: „Sollte die FA Disziplinarmaßnahmen gegen meinen Trainer vornehmen, werde ich rigoros dagegen vorgehen.“ Auch in der Zukunft setzt der Klubeigentümer Marcus Evans auf Jewell: „Man muss ihm Zeit geben und mit meiner weiteren Unterstützung wird er die guten Zeiten des Vereins zurückbringen.“ Laut dem Revolverblatt „Sun“ wird eine Zeugenbefragung stattfinden.
Achillessehne als Achillesferse bei Barcelona
Der größte Gegner der Barça-Profis scheint derzeit nicht in Madrid, sondern im eigenen Körper zu lauern. So langsam wird’s unheimlich, was die Verletzungsmisere bei den Katalanen angeht. Die Achillessehne mutiert immer mehr zur Achillesferse vieler Stars der zurzeit besten Mannschaft der Welt. Die Liste der am hinteren Fußgelenk Lädierten ist so lang wie prominent.
Begonnen hat die Leidensgeschichte mit dem holländischen Mittelfeldzauberer Ibrahim Affelay. Es folgten Gerard Pique, Cesc Fabregas, Alexis Sanchez und Eric Abidal. Andres Iniesta und Adriano mussten dieses Schicksal gar zwei Mal in der bisherigen Saison erleiden. Der Verein gab an, dass es sich trotz der Häufigkeit dieser Art von Verletzungen um einen Zufall handelt. Einen Behandlungsfehler schlossen die Ärzte kategorisch aus. Vielmehr seien die vielen Spiele und die damit einhergehenden Belastungen Schuld an dieser unheimlich anmutenden Serie an Spielerausfällen. „Die Achillessehne ist eine der schwächsten Muskeln im gesamten Körper und daher bei Überbelastung sehr schnell verletzlich,“ so Barças Teamarzt gegenüber „Marca“.
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