KLEINKLEIN
Warum immer ich?
Mario Balotelli fragt sich, wieso immer er unangenehm auffällt, José Mourinho wird von Trainerkollegen veralbert und Èric Abidal ist auch abseits des Rasens ein Idol.Von Henning Klefisch

 

 

 

José Mourinho

Trainingstorwart: José Mourinho stellt sich bei Real Madrid auch schon mal ins Tor
Foto Pixathlon

 

„Erst kommt Gott, dann komme ich.“ Nur einer von vielen großmäuligen Sprüchen von José Mourinho. Es grenzt also an Gotteslästerung wie derzeit mit dem Real-Trainer umgegangen wird. So imitierte Carlos Carvalhal, portugiesischer Trainer von Besiktas Istanbul, seinen berühmteren Landsmann mit einem Jubellauf. Vorausgegangen war der 3:2-Siegtreffer seines Teams gegen Gaziantspor kurz vor Schluss. Gestik, Mimik und Bewegungsablauf erinnerten stark an Mourinho, dem nicht gerade das beste Verhältnis zu Carvalhal nachgesagt wird.

Die eigenen Fans von Real Madrid machen ihrem Ärger gegen den extrovertierten Coach ebenfalls Luft. Sie pfeifen  ihn während der Heimspiele aus und rufen Beleidigungen. Eine Entwicklung, die den Gescholtenen aber völlig kalt lässt. Zumindest äußerlich: „Ich ärgere mich nicht über die Pfiffe gegen mich. Es ist kein Problem. Es ist das erste Mal, dass so etwas gegen mich passiert. Es gibt für alles ein erstes Mal.“

 

Agüero: "Balotelli ist ein guter Junge"
Jetzt gibt es höchsten Beistand für Fußball-Rüpel Mario Balotelli. Sergio Agüero, Schwiegersohn des göttlichen Diego Maradona verteidigt seinen Mannschaftskameraden von Manchester City vehemen.Vorausgegangen war ein Tritt von Balotelli auf den Kopf des am Boden liegenden Gegenspielers Scott Parker beim Spiel zwischen Manchester City und Tottenham Hotspurs. Die Gelehrten streiten sich über die Frage, ob es Absicht war oder nur ein Versehen. Der englische Verband (FA) hat sein Urteil schon gefällt und den italienischen Nationalspieler für vier Pflichtspiele gesperrt.

Nun versucht Agüero die Wogen zu glätten und seinen Sturmpartner in Schutz zu nehmen: „Erstens wissen wir, was für ein fantastischer Spieler er ist. Auf dem Platz hat er seinen eigenen Stil,“ so der argentinische Nationalspieler gegenüber der „Sun“. „Leute, die ihn gut kennen, wissen, dass er abseits des Spielfeldes ein guter Junge ist.“ Der mit Maradonas Tochter Giannina liierte Spieler lobt diese extravagante Art an „Super Mario“: „Er ist sehr überzeugt von seinen Fähigkeiten, und das extrem. Er hat doch einfach nur Spaß außerhalb des Spielfeldes.“

Schon mehrere Male war der als „Bad Boy“ bekannte Balotelli negativ aufgefallen. So musste die Feuerwehr im Oktober letzten Jahres antreten, nachdem Feuerwerkskörper in seiner Wohnung explodiert waren. Sehr seltsam: Nur weniger Tage danach warb der „Feuerteufel“ öffentlich für verantwortungsbewussten Umgang mit Feuerwerkskörpern. Mit Dartpfeilen hat er Jugendspieler beworfen. Auf dem Hinflug zum Champions-League-Spiel nach Neapel rastete er aus, weil er nicht für die Pressekonferenz vorgesehen war. Die unzähligen Strafzettel wegen Verkehrsdelikten gehören da noch zu den Lappalien. Der Kritisierte ist sich, ob seiner vielen Vergehen keiner Schuld bewusst und posierte während eines Ligaspiels mit einem T-Shirt, welches die Aufschrift trug: „Why always me?“ („Warum immer ich?“)

Mario Balotelli

Der Bad Boy in Aktion: Mario Balotelli lässt alles raus
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Wichtiger als ein Clásico: Vorbild Abidal für krebskranken Jungen

Bei Spielen zwischen Barcelona und  Real Madrid gibt es keine Nettigkeiten. Dafür ist die Rivalität zwischen den beiden Erzrivalen des spanischen Fußballs zu groß. Speziell nachdem „the special one“ Jose Mourinho die „Königlichen“ aus Madrid übernommen hat.

Barcelonas Eric Abidal kennt Probleme, die wichtiger sind, als jeder Sieg gegen den Kontrahenten. Seinen größten Sieg errang der 32-jährige Abwehrspieler im Kampf gegen den Lebertumor, den er im Frühjahr 2011 erfolgreich besiegte. Schon  im Mai konnte der französische Nationalspieler sogar im Champions-League-Finale gegen Manchester United mitwirken.

Seither gilt er als Mutmacher für schwer erkrankte Menschen. Auch für einen krebskranken Jungen aus Spanien, der durch Abidal den  Kampf gegen die schwere Krankheit optimistisch annimmt. So schreibt der Vater des Fußballfans an Abidal: „Das Einzige, was ich meinem 15-jährigen Sohn erzählen konnte, war, dass du die gleiche Krankheit wie Abidal gehabt hast und morgen wird die Krankheit besiegt sein.“

Der tapfere Sohn nimmt Abidal als großes Vorbild: „Mein Vater gab mir das Trikot von Abidal. Ich möchte kämpfen wie er und meine eigene Champions-League gewinnen.“ Ein persönlicher Besuch von Abidal zusammen mit Carles Puyol und Alexis Sanchez gab dem fußballbegeisterten Jungen neuen Lebensmut.

Eric Abidal

Mit Kapitänsbinde und Europapokal: Éric Abidal
Foto Pixathlon

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