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DFB-POKAL
So schnell kann man spielen?
Die junge Zweitliga-Elf des FC St. Pauli kann den kriselnden Dortmundern nicht gefährlich werden. 3:0 siegt der BVB am Millerntor und wähnt sich nach einer guten ersten Hälfte im Aufwärtstrend. Von Matthias Greulich.

 

DFB-Pokal am Millerntor0:3 am Millerntor: Die St. Pauli-Profis bilden am mit 29.000 Zuschauern ausverkauften Millerntor einen Kreis. Foto Pixathlon

 

Beim letzten Heimspiel seines Arbeitgebers im DFB-Pokal stand Thomas Meggle noch selber auf dem Platz. Es war 2008, als der FC St. Pauli Bayer Leverkusen mit 1:0 ausschaltete. Von einer ähnlichen Überraschung waren die nun von Meggle trainierten Hamburger gegen Borussia Dortmund allerdings weit entfernt. 33 Minuten hielt St. Pauli mit viel Glück das Unentschieden, dann schloss BVB-Angreifer Ciro Immobile eine Hochgeschwindigkeitskombination mit dem 0:1 ab. „So etwas bekommst du in der Zweiten Liga sonst nicht zu sehen. Meine Spieler haben zum ersten Mal erlebt, dass so schnell gespielt werden kann“, sagte Meggle.

Sein Gegenüber Jürgen Klopp war mit der ersten Halbzeit sehr einverstanden: „Das haben wir super gemacht“, sagte der Trainer der Dortmunder, der von den St. Pauli-Fans mit einem ohrenbetäubendem Pfeifkonzert empfangen worden war und hinterher nicht genau wusste, warum. „Weil ich Bernd Hollerbach hier mal in den Neunzigern umgegrätscht habe? Egal, geile Atmosphäre“, fand Klopp.

Die Hoffnung auf eine Pokal-Überraschung konnte der Sechzehnte der Zweiten Liga am Millerntor indes nie wirklich erzeugen. Spätestens nachdem Marco Reus hatte in der 44. Minute mit einem Schlenzer ins lange Eck getroffen hatte, wurde es merklich ruhiger auf den Rängen. Eine deutliche Steigerung im zweiten Spielabschnitt gelang den St. Paulianern immerhin. „Da haben wir es besser gemacht“, so Meggle. Mit der Einwechslung von Sebasian Maier für John Verhoek wollte er einen Spieler bringen, der im „Training Freistöße aus 30 Metern reinhauen kann“. Indes taten die Dortmunder den Hamburgern nicht den Gefallen, Fouls in der gefährlichen Zone zu begehen. Immerhin: der nach seiner Verletzungspause für den überforderten Andrej Statsev, 20, gekommene Jan-Philipp Kalla und Maier beruhigten das Spiel der Heimelf, die nur noch das Gegentor von Shinji Kagawa  (86.) hinnehmen musste. „Eine tolle Erfahrung für die Jungs“, bemühte sich Meggle, positive Aspekte für das bevorstehende schwere Auswärtsspiel in Nürnberg zu betonen.

Das tat auch ein lächelnder Sebastian Kehl. „In unser derzeitigen Situation muss das Ding rein“, gab er den Pragmatiker. Gegen Hannover und in Köln war der BVB nach einem Rückstand nicht mehr zurückgekommen, da tat der nie gefährdete Sieg auf St. Pauli gut. Wobei sich die Schwarz-Gelben am Wochenende keine Aussetzer wie unmittelbar nach dem Wiederanpfiff des Pokalspiels erlauben dürfen, als Ersatztorwart Mitchell Langerak den Anschlusstreffer konnte. „Das war nicht mehr unglaublich intensiv“, so Klopp über die schwächere zweite Hälfte der Dortmunder. Gegen Bayern München, das wissen alle, wird seine Elf zwei sehr gute Halbzeiten brauchen.

 

Lasse Sobiech und Jürgen KloppEin ehemaliger Dortmunder war einer der stärksten St. Paulianer: Lasse Sobiech wird von Jürgen Klopp umarmt. Foto Pixathlon

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