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KOLUMNE
Bundesligahinrunde mit Rekordbayern
Der FC Bayern eilt mit seinem neuen Trainer Nagelsmann von Rekord zu Rekord. Der Rest der Bundesliga hat in der Hinrunde mehr mit sich selbst zu tun. Von Samira Samii.

 

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Sportmanagerin & Rund-Kolumnistin Dr. Samira Samii




Alles andere als ein Sieg der Rekord-Bayern zum Auftakt des letzten Vorrundenspieltags der Fußball-Bundesliga gegen den kriselnden VFL Wolfsburg wäre eine Sensation gewesen.

Im 400. Bundesligaspiel von Thomas Müller hat es der Herbstmeister FC Bayern München zum Jahresabschluss gegen den Krisenclub VfL Wolfsburg noch einmal richtig im gegnerischen Kasten klingeln lassen. In der englischen Woche zum Jahresabschluss und drei Tage nach dem 5:0-Schützenfest beim VfB Stuttgart beendeten die in dieser Saison extrem torhungrigen Münchner Fußballstars die Hinrunde mit einem krachenden 4:0. Leider war die Allianz Arena aufgrund der erneuten COVID-Maßnahmen wieder zuschauerlos, was die Rekord-Bayern aber nicht davon abhielt neue Bestmarken zu setzen. 56 Tore in einer Hinrunde sind Rekord! Das haben nicht einmal Gerd Müller und Franz Beckenbauer geschafft. Jubilar Thomas Müller konnte schon in der 7. Minute sein 134. Tor in der Fußball-Bundesliga bejubeln. Der Ur-Bayer staubte ganz im Stil seines Namensvetters Gerd Müller erfolgreich ab, nachdem VfL-Keeper Koen Casteels einen Flatterball von Serge Gnabry nach vorne abklatschen ließ. Dann legte Thomas Müller auch noch das erste Tor von Dayot Upamecano auf und ist ohnehin der Vorlagen-König der Liga. Der erneut starke Leroy Sané erhöhte mit seinem sehenswerten Distanzschuss auf 3:0. Am späteren Abend durfte dann auch noch der Torschützenkönig Robert Lewandowski persönlich jubeln.


Der Pole versuchte  alles um sein 43. Bundesliga-Tor im Jahr 2021 zu erzielen. In der 87. Minute war es dann endlich soweit, dann traf er nach Vorarbeit von Jamal Musiala. Zuvor hatte er schon zwei Hochkaräter, hämmerte den Ball aus guter Position drüber und schoss auf Zuspiel von Gnabry VfL-Torwart Casteels an. Lewandowski überbot damit die Bestmarke der kürzlich verstorbenen Bayern-Legende Gerd Müller, die 1972 ebenfalls 42 Tore im Bayern-Trikot erzielt hatte. "Ich habe mich extrem gefreut. Das Tor war auch sehr schön. Lewy hat ein sehr gutes Spiel gemacht", lobte Trainer Julian Nagelsmann.

Mit 43 Punkten verabschiedeten sich die Bayern in zwei Wochen Weihnachtsurlaub. Den Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund bauten sie nach der Peinlich-Niederlage der Dortmunder bei Hertha auf neun Punkte aus. "In der Bundesliga sind wir absolut auf Kurs", sagte Bayern-Chef Oliver Kahn im TV-Sender Sat.1: "In der Champions League haben wir alle Spiele gewonnen. Insofern kann man sportlich sehr zufrieden sein." Der einzige echte Makel war das frühe DFB-Pokal-Aus in Mönchengladbach, aber vielleicht werden ja damit die Kräfte für ein furioses Champions-League-Finale geschont.

Das neuformierte Mittelfeldduo Marc Roca und Jamal Musiala als Vertreter der fehlenden Nationalspieler Joshua Kimmich und Leon Goretzka machte seine Aufgabe gut und fand immer wieder Lücken beim Gegener. Wenn dann auch noch Müller, Sané und Gnabry direkt kombinierten, wurde es immer brandgefährlich. Die weiterhin sieglosen Wolfsburger konnten den Rekord-Bayern auch bei der 23. Niederlage im 25. Gastspiel nicht annähernd das Wasser reichen. Sie waren nur ein Sparringspartner, der noch höher hätte verlieren können.

Die größte Überraschung nach der Vorrunde 2021 ist der SC Freiburg, der auf dem 3. Platz der Tabelle und somit auf Champions-League-Kurs steht. Leider ist der RB Leipzig vom Bayern-Jäger und Champions-League-Teilnehmer in des Mittelmaß abgestürtzt und die Entwicklung bei Borussia Mönchengladbach ist besorgniserregend.

So wie ich die Bayern kenne nutzen sie die Schmach und die Kraftersparnis aus dem DFB-Pokal um noch stärker in der Bundesliga und der Champions League zu sein. In meinen Augen ist die Meisterschaft bereits entschieden. In der Champions League wartet mit dem RB Salzburg ein starker aber machbarer Gegner und ich denke die Bayern sind in diesem Jahr wieder der Topfavorit auf den Titel. Für meinen Freund Max Eberl wünsche ich mir, dass er jetzt mit und für seine Gladbacher die richtigen Entscheidungen trifft und ganz schnell wieder auf Kurs kommt. Und für den überaus sympathischen Christian Streich und seinen SC Freiburg freue ich mich ganz besonders. Der Mensch und Trainer Streich ist etwas ganz Besonderes in der Bundesliga. Sympathisch, kompetent, bodenständig, ausdauernd und erfolgreich. In neun Jahren als Trainer in Freiburg steht er nun auf einem Champions-League-Platz.

Ich wünsche Ihnen allen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2022!



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