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TRAUMSPIEL
Alles richtig gemacht
Hasan Salihamidzic denkt an den Höhepunkt seiner Karriere zurück: den Champions-League-Sieg mit dem FC Bayern im Elfmeterschießen gegen den FC Valencia. Aufgezeichnet von Clemens Draws

 

FC Bayern 2001
Die rechte Hand am Pokal: Hasan Salihamidzic, FC Bayern, ist Champions-League-Gewinner 2001. Foto Pixathlon

 

Das Champions-League-Finale 2001 in Mailand gegen Valencia war das wichtigste Spiel meiner Karriere. Dieser Titel hat mein Leben verändert. Als ich damals aus den Katakomben auf den Platz kam, sah ich gleich das riesige Transparent der Fans: „Heute ist ein guter Tag, um Geschichte zu schreiben!“ Von diesem Moment an war ich mir sicher, dass nichts mehr schief gehen würde. Auch nach dem frühen Gegentor und dem verschossenen Elfmeter von Mehmet dachte ich keinen Moment daran, dass wir verlieren könnten. Wir hatten damals dieses riesige Selbstvertrauen.

In der ersten Halbzeit spielte ich links vorne und machte mit Liza zusammen viel Druck. Trotzdem sagte Ottmar Hitzfeld in der Pause, dass er etwas ändern wolle. Er nahm Willy Sagnol raus, brachte Carsten Jancker und verschob mich nach rechts hinten. Ich konnte mir das eigentlich nicht erklären, weil wir bis dahin über links wirklich klasse gespielt hatten. Aber der Trainer meinte, unsere Aktionen wären ihm nicht zwingend genug. Kurz nach dem Wechsel holte Jancker dann den Elfmeter zum 1:1 heraus. Effe haute ihn rein, und der Trainer hatte wieder alles richtig gemacht.

 Und dann kam das Elfmeterschießen: Ich musste als Zweiter ran. Sergio hatte den ersten verschossen, ich musste unbedingt treffen. Richtig nervös war ich trotzdem nicht. Ich lief einfach an und habe das Ding reingemacht. Am Ende hieß es 6:5. Den Pokal in meinen Händen zu halten, war ein unglaubliches Glücksgefühl. Das Endspieldrama zwei Jahre zuvor in Barcelona, das 1:2 gegen Manchester United, war ganz bitter gewesen, umso größer war nun die Erleichterung. Neun Nächte hintereinander haben wir gefeiert. Dieses Spiel und die Feiern danach werde ich mein Leben lang nie vergessen. 

 

Der Text ist in RUND #9_04_2006 erschienen.



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