KOLUMNE
Fritzle schwächelt, der VFB bleibt cool
Dauerkartenrekord, Mitgliederbestmarke, Testspielsiege: Beim VfB Stuttgart läuft es derzeit in aller Ruhe rund. Trotz der Meisterschaft lastet der Druck auf anderen Teams. Doch die Bayern sehen sich gern in der Favoritenrolle.

Zwei mit unterschiedlichen Laktatwerten: Mario Gomez und das Maskottchen „Fritzle" vom VfB Stuttgart Foto Axl Jansen
Beim VfB Stuttgart kam offenbar nur „Fritzle" mit schlechten Fitnesswerten aus der Sommerpause. In der Halbzeit des Vorbereitungsspiels gegen die TSG Hoffenheim, beim Elfmeter-Duell gegen Plüsch-Hirsch „Hoffi", versagte das Maskottchen, ein tapsiges Krokodil, jedenfalls hoffnungslos. Den Rest der Partie in Heilbronn hatten eindeutig die Schwaben im Griff.
Der VfB brauchte beim 2:0-Erfolg über den ehrgeizigen Zweitliga-Aufsteiger meist nur wenige Stationen, um vors gegnerische Tor zu kommen und zeigte phasenweise ein präzises Passspiel. Eine Frühform, die umso überraschender ist, als in Ricardo Osorio, Pavel Pardo, Serdar Tasci, Matthieu Delpierre, Sami Khedira, Fernando Meira, Thomas Hitzlsperger und Mario Gomez gleich sieben Spieler fehlten, die im Stammaufgebot gesetzt sein dürften. Delpierre fällt sogar verletzt bis Ende August aus. Insofern blieb die wichtigste Erkenntnis des ersten halbwegs ernsthaften Tests, dass Spieler wie der offensivfreudige Andreas Beck (vier Spiele in der vergangenen Saison) und der umsichtige Christian Gentner (15 Spiele) noch näher an die Stammformation gerückt sein dürften.
Überhaupt kann sich der auf ausgeglichen hohem Niveau befindliche Kader in Ruhe weiterentwickeln. In Meira, Hitzlsperger und Delpierre konnten die begehrtesten Spieler gehalten werden. Der einzig prominente Abgang wurde adäquat ersetzt: Neuling Rafael Schäfer ist ein Keeper, der seinen Posten ebenso modern interpretiert wie Timo Hildebrand. Vor Zeugen würde er niemals den Ball blind aus der Gefahrenzone bolzen, seine Abwürfe sind oft mustergültige Spieleröffnungen. Neuzugang Yildiray Bastürk hingegen „passt spielerisch richtig gut rein", so Trainer Armin Veh, der schon bald in Ewerthon und dem Rumänen Ciprian Marica zwei weitere Verstärkungen präsentieren will.
Cacau (r.) im Test gegen Hoffenheim: In aller Ruhe vorbereiten
Das soll’s gewesen sein, man vertraut auf den Kader, der letztes Jahr so brillant aufspielte. Überhaupt kann Veh, der in Heilbronn entspannt wie eh und je mit Journalisten und alten Bekannten scherzte, die Saison in aller Ruhe auf sich zukommen lassen. Bereits vier Wochen vor dem ersten Heimspiel sind alle 25.000 verfügbaren Dauerkarten verkauft, vor ein paar Tagen wurde das 40.000. Vereinsmitglied aufgenommen. Sie alle erwarten viel vom VfB – aber nicht unbedingt die Titelverteidigung.
Ganz anders die Lage beim FC Bayern, wo das Gros der Fans für den 17. Mai 2008 die Deutsche Meisterschaft so fest eingeplant hat wie den eigenen Geburtstag. Zwangsläufig. Man darf trotz eines gewissen Understatements der Offiziellen davon ausgehen, dass die Prioritätensetzung im Präsidium des Rekordmeisters ähnlich gelagert ist. Außer den bekannt hochkarätigen Transfers soll die akribischste Saisonvorbereitung der Vereinsgeschichte für maximalen Erfolg sorgen: Ein Star wie Luca Toni soll im Donaueschinger Trainingslager dann auch gestöhnt haben, ein solch hartes Training wie unter Hitzfeld habe er in seiner ganzen Karriere noch nicht über sich ergehen lassen müssen.
Beim 4:0 im Testspiel gegen den Schweizer Zweitligisten FC Schaffhausen sah besonders das Zusammenspiel der Offensivkräfte Luca Toni, Franck Ribéry und Miroslav Klose schon sehr viel versprechend aus. Die Bayernfans, von denen Hunderte Schweizer Fanclubs entstammten, hatten nach dem ersten Test in Bestbesetzung jedenfalls gute Laune. Geld schießt eben Tore. Es scheint auch für einen Fußball zu sorgen, den sich endlich auch neutrale Beobachter mit Freude anschauen können.
Christoph Ruf
Fritzle schwächelt, der VFB bleibt cool
Dauerkartenrekord, Mitgliederbestmarke, Testspielsiege: Beim VfB Stuttgart läuft es derzeit in aller Ruhe rund. Trotz der Meisterschaft lastet der Druck auf anderen Teams. Doch die Bayern sehen sich gern in der Favoritenrolle.

Zwei mit unterschiedlichen Laktatwerten: Mario Gomez und das Maskottchen „Fritzle" vom VfB Stuttgart Foto Axl Jansen
Beim VfB Stuttgart kam offenbar nur „Fritzle" mit schlechten Fitnesswerten aus der Sommerpause. In der Halbzeit des Vorbereitungsspiels gegen die TSG Hoffenheim, beim Elfmeter-Duell gegen Plüsch-Hirsch „Hoffi", versagte das Maskottchen, ein tapsiges Krokodil, jedenfalls hoffnungslos. Den Rest der Partie in Heilbronn hatten eindeutig die Schwaben im Griff.
Der VfB brauchte beim 2:0-Erfolg über den ehrgeizigen Zweitliga-Aufsteiger meist nur wenige Stationen, um vors gegnerische Tor zu kommen und zeigte phasenweise ein präzises Passspiel. Eine Frühform, die umso überraschender ist, als in Ricardo Osorio, Pavel Pardo, Serdar Tasci, Matthieu Delpierre, Sami Khedira, Fernando Meira, Thomas Hitzlsperger und Mario Gomez gleich sieben Spieler fehlten, die im Stammaufgebot gesetzt sein dürften. Delpierre fällt sogar verletzt bis Ende August aus. Insofern blieb die wichtigste Erkenntnis des ersten halbwegs ernsthaften Tests, dass Spieler wie der offensivfreudige Andreas Beck (vier Spiele in der vergangenen Saison) und der umsichtige Christian Gentner (15 Spiele) noch näher an die Stammformation gerückt sein dürften.
Überhaupt kann sich der auf ausgeglichen hohem Niveau befindliche Kader in Ruhe weiterentwickeln. In Meira, Hitzlsperger und Delpierre konnten die begehrtesten Spieler gehalten werden. Der einzig prominente Abgang wurde adäquat ersetzt: Neuling Rafael Schäfer ist ein Keeper, der seinen Posten ebenso modern interpretiert wie Timo Hildebrand. Vor Zeugen würde er niemals den Ball blind aus der Gefahrenzone bolzen, seine Abwürfe sind oft mustergültige Spieleröffnungen. Neuzugang Yildiray Bastürk hingegen „passt spielerisch richtig gut rein", so Trainer Armin Veh, der schon bald in Ewerthon und dem Rumänen Ciprian Marica zwei weitere Verstärkungen präsentieren will.
Cacau (r.) im Test gegen Hoffenheim: In aller Ruhe vorbereiten
Das soll’s gewesen sein, man vertraut auf den Kader, der letztes Jahr so brillant aufspielte. Überhaupt kann Veh, der in Heilbronn entspannt wie eh und je mit Journalisten und alten Bekannten scherzte, die Saison in aller Ruhe auf sich zukommen lassen. Bereits vier Wochen vor dem ersten Heimspiel sind alle 25.000 verfügbaren Dauerkarten verkauft, vor ein paar Tagen wurde das 40.000. Vereinsmitglied aufgenommen. Sie alle erwarten viel vom VfB – aber nicht unbedingt die Titelverteidigung.
Ganz anders die Lage beim FC Bayern, wo das Gros der Fans für den 17. Mai 2008 die Deutsche Meisterschaft so fest eingeplant hat wie den eigenen Geburtstag. Zwangsläufig. Man darf trotz eines gewissen Understatements der Offiziellen davon ausgehen, dass die Prioritätensetzung im Präsidium des Rekordmeisters ähnlich gelagert ist. Außer den bekannt hochkarätigen Transfers soll die akribischste Saisonvorbereitung der Vereinsgeschichte für maximalen Erfolg sorgen: Ein Star wie Luca Toni soll im Donaueschinger Trainingslager dann auch gestöhnt haben, ein solch hartes Training wie unter Hitzfeld habe er in seiner ganzen Karriere noch nicht über sich ergehen lassen müssen.
Beim 4:0 im Testspiel gegen den Schweizer Zweitligisten FC Schaffhausen sah besonders das Zusammenspiel der Offensivkräfte Luca Toni, Franck Ribéry und Miroslav Klose schon sehr viel versprechend aus. Die Bayernfans, von denen Hunderte Schweizer Fanclubs entstammten, hatten nach dem ersten Test in Bestbesetzung jedenfalls gute Laune. Geld schießt eben Tore. Es scheint auch für einen Fußball zu sorgen, den sich endlich auch neutrale Beobachter mit Freude anschauen können.
Christoph Ruf
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