Daten
Taktik-Analyse im Profifußball: Wie Daten und Wahrscheinlichkeiten das Spiel verändern
In der jüngeren Vergangenheit hat sich der Profifußball in vielen Bereichen stark verändert. Denn während es früher beim Fußball in erster Linie um Erfahrung, individuelle Klasse oder Intuition ging, spielen heutzutage auch immer mehr statistische Analysen und die Auswertung von Daten eine immer entscheidendere Rolle. Sportwissenschaftler, Datenanalysten und selbstverständlich auch die Trainerteams nutzen mittlerweile immer umfangreichere Datensätze, um die eigene Mannschaft nachhaltig zu verbessern und zu dem vorhandenen Spielermaterial passende Spielstrategien zu entwickeln. Darüber hinaus werden aber auch gegnerische Mannschaften immer detaillierter analysiert, um für eine optimale Spielvorbereitung zu sorgen.

Foto Sebastian Vollmert
Daten bilden die Grundlage einer modernen Spielanalyse
Datenanalysten gehören bei den Profivereinen zumindest in den beiden Bundesligen und in vielen Fällen auch in der 3. Liga fest zum Trainerstab. Diese Analysten werten ständig Laufwege, Bewegungsprofile, Passquoten und auch viele weitere Parameter bei den eigenen Spielern aus. Durch spezielle Software können Datenanalysten auch alle möglichen Spielsituationen bestmöglich analysieren und es lassen sich hilfreiche Muster erkennen, die man allein mit dem menschlichen Auge wahrscheinlich oft gar nicht bemerken würde.
Statistische Modelle spielen beim Fußball übrigens längst nicht nur im sportlichen Bereich eine Rolle, denn auch bei den beliebten Sportwetten kann eine gute Datenanalyse hilfreich sein und vielleicht sogar die Chancen auf einen richtigen Tipp steigern. Deshalb bieten Plattformen für Fußball Wetten auch immer mehr Statistiken und Wahrscheinlichkeiten für die Freunde von Sportwetten an, um den Kundinnen und Kunden bessere Grundlagen für die Einschätzungen von anstehenden Fußballspielen zu ermöglichen.
Expected Goals und weitere Kennzahlen im Fußball
Eine besonders bekannte Kennzahl im modernen Fußball sind die „Expected Goals“, die auch gerne mit „xG“ abgekürzt werden. Hierbei handelt es sich um eine auf Statistiken beruhende Methode, die einschätzt, wie wahrscheinlich aus einer Spielsituation ein Tor fällt.
Bei der Berechnung dieser Kennzahl werden unter anderem folgende Faktoren berücksichtigt:
- Die Entfernung zum Tor
- Der Winkel zum Tor
- Die Art des Abschlusses (Schuss, Volley, Kopfball etc.)
- Die Position der Verteidiger
- Die Spielsituation (Standardsituation, Konter usw.)
Anhand solcher statistischer Modelle kann man besser einschätzen, wie viel Torgefahr ein Team ausgestrahlt hat, und zwar auch unabhängig davon, ob aus entsprechenden Situationen Tore gefallen sind oder nicht. Schließlich kann eine Mannschaft durchaus auch ein Spiel verlieren, obwohl sie statistisch die besseren Torchancen hatte. Abgesehen von den „Expected Goals“ gibt es eine ganze Reihe von weiteren Kennzahlen, beispielsweise rund um Pressingverhalten, Ballkontrolle oder auch zur Passqualität.
Tracking-Technologien und ihr Einsatz auf dem Spielfeld
Bei der modernen Datenanalyse gibt es inzwischen immer häufiger Tracking-Systeme, welche in der Lage sind, die Bewegungen des Balls und der Spieler in Echtzeit zu erfassen. Dafür gibt es beispielsweise in den Bundesligastadien ausgeklügelte Kamerasysteme, die in der Lage sind über die komplette Spielzeit alle Spieler genau zu verfolgen.
Solche Tracking-Technologien liefern Daten über:
- Laufstrecken
- Abstände zwischen Spielern
- Positionsveränderungen
- Sprintgeschwindigkeiten
- Ballbesitzphasen
Aufgrund dieser und einer Vielzahl von weiteren Daten können Trainer bereits während des Spiels wie sich die eigene Mannschaft in gewissen Spielsituationen verhält. So kann das Trainerteam anhand der zur Verfügung stehenden Daten zum Beispiel auch feststellen, wie stabil die gewählte Defensivformation bleibt, oder ob aufgrund von unerwünschten Lücken etwa im Mittelfeld Anpassungen angebracht sind. Diese Daten sind aber logischerweise nicht nur während des Spiels interessant, sondern helfen auch bei einer bestmöglichen Spielnachbereitung.
Wahrscheinlichkeiten als Basis für taktische Entscheidungen verwenden
Datenbasierte Analysen können es dem Trainer erleichtern die richtigen taktischen Entscheidungen zu treffen. So können statistische Auswertungen unter anderem auch helfen, Muster bei der Spielweise der gegnerischen Mannschaft zu erkennen. Hieraus resultierend kann das Trainerteam die eigene Mannschaft dann beispielsweise mehr über die vermeintlich schwächere Seite des Gegners zu spielen lassen oder auch verstärkt auf Standardsituationen aufgrund von Größenvorteilen setzen.
Allerdings geht es hierbei auch nicht darum, dass man die eigenen Entscheidungen komplett von der Datenanalyse und von den Algorithmen abhängig macht. Vielmehr sollten Trainer die ermittelten Daten als zusätzliche Grundlagen in die eigenen taktischen Überlegungen und Vorstellungen vom Fußball integrieren.
Die Zukunftsaussichten rund um die Datenanalyse im Fußball
Die Wichtigkeit von Datenauswertungen wird im Fußball in der Zukunft wahrscheinlich noch zunehmen. Schon allein durch weiter zunehmende Rechenleistung bei der Hardware und Verbesserungen bei den Trackingsystemen können zukünftig noch deutlich bessere Analysen durchgeführt werden. Aber trotzdem wird der Fußball immer ein Sport bleiben, der auch von Emotionen, Teamgeist, Leidenschaft und Überraschungen lebt.
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