POST AUS AFRIKA

A Long Way Togo

Benjamin Adrion und die Viva con Agua-Reisegruppe sind zurück in Deutschland. In RUND berichten sie von ihren bewegendsten Eindrücken ihrer letzten Tage in West- und Ostafrika und wie sie in Togo Fußball am Strand spielten.

Benjamin Adrion
Letzte Tage in Äthopien: Benjamin Adrion in Sodo Foto Christian Rinke


Benin. Auf unserer mehrstündigen Fahrt vom Süden Benins quer durch das Land nach Burkina Faso hatten wir das Glück, auf frei lebende Elefanten zu treffen, die sich am Straßenrand ihrer täglichen Körperreinigung unterzogen. Neben diesem ursprünglichen Eindruck Afrikas sahen wir auch, wie sehr die Landschaft durch Plastiktüten-Müll, die rund um jedes Dorf an Büschen und Bäumen hängt, hochgradig verschmutzt wird.

Burkina Faso. Angekommen in der Hauptstadt Ouagadougo hattten wir die Möglichkeit, dem Besuch der Vorstandsvorsitzenden unseres Kooperationspartners Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble, beizuwohnen. Frau Schäuble war nach Burkina Faso gekommen, um eine Schule im Milleniumsdorf Kongoussi einzuweihen.

Durch die Unterstützung der Stadt Düsseldorf konnte die Welthungerhilfe in diesem Milleniumsdorf bereits mehrere Maßnahmen und Projekte umsetzen, so dass hier keine weitere Unterstützung durch Viva con Agua zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung mehr nötig ist.

Nach einem ausgedehnten Wochenende in Ouagadougou brach unsere Gruppe wieder auf, um den erneuten Trip gen Süden anzutreten. Mit verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln bahnten wir uns in den nächsten Tagen unseren Weg an die Küste von Togo, mitunter begleitet von Körben voller lebender Hühner und beeindruckenden, gleichmütig geduldigen Menschen.

Nie kam es zu größeren Unterbrechungen oder Schwierigkeiten, bei allen undurchsichtigen Fahrplänen und ausgedehnten Wartezeiten, mit Geduld und Ruhe bewegten wir uns von einer Stadt zur nächsten und erreichten schließlich sicher, aber müde die togolesische Hauptstadt Lomé.

Togo. Einmal frei von jeglichen offiziellen Verpflichtungen genossen wir die Stadt an der Küste. Es gab ein eindrucksvolles Marktleben in der Innenstadt und allgegenwärtige Voodootradition zu sehen, was sehr spannend war. Entlang der nur ca. 50 km langen Küste wird überall Fußball gespielt. Aufgrund der starken Strömung ist es nahezu unmöglich zu baden, dafür kann man sich auf einem der zahlreich aufgebauten Felder aus Sand ausgiebig gegen den Ball treten.

Tägliche Übung unter diesen Bedingungen wird in naher Zukunft sicherlich dafür sorgen, dass der afrikanische Fußball im internationalen Vergleich weiter an Boden gewinnt. In Togo wird anders als z.B. in Ghana auch am Strand 11 vs. 11 auf großem Feld gespielt, man kann sich kaum optimalere Trainingsbedingungen für junge Spieler vorstellen, zur Ausbildung enormer Kraft und Ausdauer und hervorragender Technik.

Auch dieser Aufenthalt ging bald schon zu Ende, so dass wir unsere Rückreise in das nahegelgene Nachbarland Ghana antraten. Der Tag unserer Abreise aus Westafrika war gekommen. Vor unserer endgültigen Rückkehr von Addis Abeba nach Europa hatten wir die Möglichkeit, in Äthiopien unser Projektdorf Sodo erneut zu besuchen.

Äthiopien
. Nach unserem letzten Besuch in Sodo, am Anfang unserer Afrika-Reise, konnten wir einen weiteren Fortschritt unseres Brunnen-Projekts begutachten. Nachdem die Brunnen vor sechs Wochen eingeweiht und eröffnet wurden, war deutlich zu erkennen, wie die Menschen bereits begannen, mit den Brunnen zu arbeiten: Die vor Tieren schützenden Zäune waren weiter stabilisiert und verschönert worden und es wurden kleine Gärten angelegt, die am Rande der Brunnen vom überlaufenden Wasser bewässert werden.

Äthopien
Am Brunnen in Sodo: Die Reisenden von Viva con
Agua haben eine neue Freundin gefunden Foto Christian Rinke



Da wir ohne große Ankündigung für die Bevölkerung im Dorf ankamen, bekamen wir einen natürlichen und unverfälschten Eindruck, wie sehr die Menschen von den Brunnen profitieren und wie intensiv sie benutzt werden. Nach der täglichen Öffnung der Brunnen bildeten sich Schlangen von Kindern, Frauen und Männer, die sich mit Kanistern bewaffnet, ihre tägliche Ration Wasser für sich und ihre Familien abholten.

Als schöner Abschluss unserer Reise genossen wir diese Einblicke und Erkenntnisse und kehrten in den Folgetagen nach Deutschland zurück. Durch unsere Reise können wir nun besser beurteilen, wie sehr unsere Arbeit den Menschen tatsächlich helfen kann und wie direkt unsere Unterstützung dort ankommt, wo wir sie haben wollen.

Wasser ist der Anfang einer jeden Entwicklung!

Die Augen der Menschen waren der schönste Dank und die beste Motivation für unsere weitere Arbeit, die wir nach wie vor unentgeltlich und ehrenamtlich verrichten. Zusätzlich ist zu erwähnen, dass weder für Flüge, Unterbringung oder andere Ausgaben aus den Kassen von Viva con Agua etwas bezahlt worden ist. Dank unseren Partnern Globetrotter und Lufthansa konnten die Mitarbeiter aus unserem Brunnenbüro den Flug nach Afrika umsonst antreten und weitere Ausgaben im Vorfeld minimiert werden, während der Rest unserer angenehmen Reisegruppe alles komplett selbst finanziert hat.

Benjamin Adrion
Viva con Agua de Sankt Pauli
www.vivaconagua.org

Wasser
Frisches Wasser: Die Crew von Viva con Agua wissen jetzt, was
ihre Hilfe in Äthopien bislang bewirkt hat. Foto Christian Rinke











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