Bundesliga
Kein Sieger: HSV - Schalke
Pfiffe für einen Zurückgetretenen, viel Mühe, zwei Tore und am Ende ein Unentschieden beim Spitzenspiel in Hamburg.
Von Roger Repplinger

Als der Stadionsprecher den Namen „Kevin Kuranyi“ vorliest, pfeifen 90 Prozent der 57 000 Zuschauer in der ausverkauften HSH-Nordbank-Arena. Als Kuranyi zum ersten Mal am Ball ist, pfeifen sie wieder. Und die restlichen zehn Prozent rufen „Kuranyi, Kuranyi“. Das Spiel Hamburger SV gegen Schalke 04 endete mit 1:1 (1:0), der Hamburger SV bleibt Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Es war wie eine Landtagswahl mit bundesweiter Bedeutung.
Es war auch ein Spitzenspiel in Sachen Tempo und Torchancen. Kein Abtasten, kein Taktieren, sondern Volldampf. Ein Freistoß von Piotr Trochowski, den Ivica Olic verlängert und Schalkes Torwart Manuel Neuer über die Latte lenkt. Schüsse von Jonathan Pitroipa, der für den magenkranken Mladen Petric in der HSV-Anfangself stand, Trochowski und Olic auf der einen Seite, ein Schuss von Orlando Engelaar, eine Chance von Kuranyi auf der anderen. Alles in den ersten fünf Minuten. Jermaine Jones mit links auf 23 Metern nach 13 Minuten. In der 15. Minute eine abgefälschte Flanke von Olic, die Paolo Guerrero neben das Tor jagt. Kein Mittelfeld, kein Ball halten, keine Querpässe. Ein schönes Spiel für die Zuschauer.
Für den am Innenband verletzten defensiven Mittefeldspieler Nigel de Jong brachte Hamburgs Trainer Martin Jol den Namibier Collin Benjamin. Schalkes Trainer Fred Rutten, der in den frühen achtziger Jahren mit Jol zusammen für Twente Enschede gespielt hatte, musste nur auf Christian Pander (Muskelfaserriss) verzichten.
Als Engelaar, nicht zum ersten Mal, den Ball verbaselt, ist Jarolim zur Stelle und schiebt die Kugel zum überragenden Trochowski, der, offensichtlich von seinem Tor für die Nationalmannschaft gegen Wales beschwingt, den Ball mit dem rechten Fuß ins von ihm aus gesehen linke Eck befördert (29.). Ob der vor Laufbereitschaft sprühende Olic, ob Guerreo oder Jarolim, der HSV störte früh, Pitroipa bekämpfte neben Rafinha auch seine Schwächen in der Defensive. Alle HSV-Spieler rannten, rochierten, boten sich an. Das ging manchmal ein wenig zu schnell für den FC Schalke 04.
Zur Halbzeit Beifall für alle, für Kuranyi Pfiffe.
Die zweite Halbzeit beginnt mit einem Freistoß von Jefferson Farfán, den der eingewechselte Benedikt Höwedes, er kam für Mladen Kritajic und setzte sich in einem körperbetonten Kopfballduell gegen Thimothée Atouba durch, ins HSV-Tor köpft. Der HSV sucht nach dem Faden, an dem entlang er durch die erste Halbzeit gegangen war. Nach einer gelben Karte für Jarolim für ein Foul an Kuranyi, und einen Kopfballchance für Kuranyi, erinnerten sich die HSV-Fans an ihre Abneigung gegen ihn, und pfiffen. Manche verwechseln ihn mit Halil Altintop, der auch ausgepfiffen wird. Kuranyis Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft wird als Beleidigung der schwarz-rot-goldenen Ehre verstanden. Bei seiner Auswechslung, als Rutten dem Spießrutenlaufen ein Ende bereitete, begleiteten Kuranyi Pfiffe, für ihn kommt Gerald Asamoah (64.). Vor dem Spiel zeigten die Spieler beider Mannschaften, unterstützt von den Fanprojekten, dem „Rassismus die Rote Karte“.
Der HSV braucht eine Viertelstunde, um wieder ins Spiel zu kommen. In der 63. Minute flankt Olic, und der gerade für Guerrero gekommene Mladen Petric setzt den Ball an den Pfosten. Schalke 04 wird stärker, der HSV verlegt sich auf Konter. Rudelbildung nach einem nicht geahndeten Foul an Pitroipa, Schubsen und Griffe an des Gegners Hals.
Beide Mannschaften versuchen alles, Jones liegt mit einem Wadenkrampf auf dem Rasen, auch die Spieler des HSV sind platt. Trochowski ließ noch einmal seinen rechten Fuß sprechen, doch Neuer hatte eine Antwort. Es blieb beim Unentschieden.
„Wir sind nicht zufrieden“, sagte Jol. Wie unzufrieden der HSV war bewies Torwart Frank Rost, der eine Türe eintrat. Das hatte mit Schiedsrichter Babak Rafati zu tun, der einige sonderbare, wenn auch nicht Spiel entscheidende Fehler machte. Was Rost so aufbrachte war die Tatsache, dass Rafati nur eine Minute nachspielen ließ.
Kein Sieger: HSV - Schalke
Pfiffe für einen Zurückgetretenen, viel Mühe, zwei Tore und am Ende ein Unentschieden beim Spitzenspiel in Hamburg.
Von Roger Repplinger

Trochowskis Freude nach seinemTreffer in der 29. Minute
Foto Hoch Zwei
Foto Hoch Zwei
Als der Stadionsprecher den Namen „Kevin Kuranyi“ vorliest, pfeifen 90 Prozent der 57 000 Zuschauer in der ausverkauften HSH-Nordbank-Arena. Als Kuranyi zum ersten Mal am Ball ist, pfeifen sie wieder. Und die restlichen zehn Prozent rufen „Kuranyi, Kuranyi“. Das Spiel Hamburger SV gegen Schalke 04 endete mit 1:1 (1:0), der Hamburger SV bleibt Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Es war wie eine Landtagswahl mit bundesweiter Bedeutung.
Es war auch ein Spitzenspiel in Sachen Tempo und Torchancen. Kein Abtasten, kein Taktieren, sondern Volldampf. Ein Freistoß von Piotr Trochowski, den Ivica Olic verlängert und Schalkes Torwart Manuel Neuer über die Latte lenkt. Schüsse von Jonathan Pitroipa, der für den magenkranken Mladen Petric in der HSV-Anfangself stand, Trochowski und Olic auf der einen Seite, ein Schuss von Orlando Engelaar, eine Chance von Kuranyi auf der anderen. Alles in den ersten fünf Minuten. Jermaine Jones mit links auf 23 Metern nach 13 Minuten. In der 15. Minute eine abgefälschte Flanke von Olic, die Paolo Guerrero neben das Tor jagt. Kein Mittelfeld, kein Ball halten, keine Querpässe. Ein schönes Spiel für die Zuschauer.
Für den am Innenband verletzten defensiven Mittefeldspieler Nigel de Jong brachte Hamburgs Trainer Martin Jol den Namibier Collin Benjamin. Schalkes Trainer Fred Rutten, der in den frühen achtziger Jahren mit Jol zusammen für Twente Enschede gespielt hatte, musste nur auf Christian Pander (Muskelfaserriss) verzichten.
Als Engelaar, nicht zum ersten Mal, den Ball verbaselt, ist Jarolim zur Stelle und schiebt die Kugel zum überragenden Trochowski, der, offensichtlich von seinem Tor für die Nationalmannschaft gegen Wales beschwingt, den Ball mit dem rechten Fuß ins von ihm aus gesehen linke Eck befördert (29.). Ob der vor Laufbereitschaft sprühende Olic, ob Guerreo oder Jarolim, der HSV störte früh, Pitroipa bekämpfte neben Rafinha auch seine Schwächen in der Defensive. Alle HSV-Spieler rannten, rochierten, boten sich an. Das ging manchmal ein wenig zu schnell für den FC Schalke 04.
Zur Halbzeit Beifall für alle, für Kuranyi Pfiffe.
Die zweite Halbzeit beginnt mit einem Freistoß von Jefferson Farfán, den der eingewechselte Benedikt Höwedes, er kam für Mladen Kritajic und setzte sich in einem körperbetonten Kopfballduell gegen Thimothée Atouba durch, ins HSV-Tor köpft. Der HSV sucht nach dem Faden, an dem entlang er durch die erste Halbzeit gegangen war. Nach einer gelben Karte für Jarolim für ein Foul an Kuranyi, und einen Kopfballchance für Kuranyi, erinnerten sich die HSV-Fans an ihre Abneigung gegen ihn, und pfiffen. Manche verwechseln ihn mit Halil Altintop, der auch ausgepfiffen wird. Kuranyis Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft wird als Beleidigung der schwarz-rot-goldenen Ehre verstanden. Bei seiner Auswechslung, als Rutten dem Spießrutenlaufen ein Ende bereitete, begleiteten Kuranyi Pfiffe, für ihn kommt Gerald Asamoah (64.). Vor dem Spiel zeigten die Spieler beider Mannschaften, unterstützt von den Fanprojekten, dem „Rassismus die Rote Karte“.
Der HSV braucht eine Viertelstunde, um wieder ins Spiel zu kommen. In der 63. Minute flankt Olic, und der gerade für Guerrero gekommene Mladen Petric setzt den Ball an den Pfosten. Schalke 04 wird stärker, der HSV verlegt sich auf Konter. Rudelbildung nach einem nicht geahndeten Foul an Pitroipa, Schubsen und Griffe an des Gegners Hals.
Beide Mannschaften versuchen alles, Jones liegt mit einem Wadenkrampf auf dem Rasen, auch die Spieler des HSV sind platt. Trochowski ließ noch einmal seinen rechten Fuß sprechen, doch Neuer hatte eine Antwort. Es blieb beim Unentschieden.
„Wir sind nicht zufrieden“, sagte Jol. Wie unzufrieden der HSV war bewies Torwart Frank Rost, der eine Türe eintrat. Das hatte mit Schiedsrichter Babak Rafati zu tun, der einige sonderbare, wenn auch nicht Spiel entscheidende Fehler machte. Was Rost so aufbrachte war die Tatsache, dass Rafati nur eine Minute nachspielen ließ.
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